Betrunkene Frauen missbraucht und gefilmt? Urteil im Prozess gegen Theaterchef erwartet

München - Im Missbrauchsprozess gegen den Münchner Theaterchef Thomas Pekny (69) werden am Mittwochvormittag die Plädoyers und das Urteil erwartet.

Thomas Pekny (69, r.) und sein Anwalt Florian Zenger geben an, dass nichts ohne Zustimmung der betroffenen Frauen passiert sei.
Thomas Pekny (69, r.) und sein Anwalt Florian Zenger geben an, dass nichts ohne Zustimmung der betroffenen Frauen passiert sei.  © Peter Kneffel/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Intendanten der Komödie im Bayerischen Hof vor, betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben.

Dort soll er sich an den laut Rechtsmedizinerin wahrscheinlich Schlafenden vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben. Angeklagt sind drei Fälle aus den Jahren 2015 und 2016.

Pekny hatte zu Beginn der Verhandlung Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen. "Ich würde so etwas nie tun, ohne zuvor zu fragen", ließ er über seine Verteidigerin verlesen. Die Frauen seien einverstanden gewesen.

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Eine der betroffenen Frauen, die vor Gericht aussagte, hat dem widersprochen. Sie hatte nach eigenen Angaben am fraglichen Abend dreieinhalb Maß Bier getrunken und kann sich an die Pekny vorgeworfenen Handlungen selbst nicht erinnern.

Zwei weitere auf Videos zu sehende Frauen konnten bisher nicht identifiziert werden. Bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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