15 Jahre nach Tat: Frau gesteht, eigenem Bruder Messer in den Rücken gerammt zu haben

Hildesheim – Eine 35 Jahre alte Frau hat zum Auftakt eines Prozesses wegen versuchten Mordes zugegeben, ihrem eigenen Bruder mit einem Messer in den Rücken gestochen zu haben.

Der Prozess am Amtsgericht Landgericht beginnt erst 15 Jahre später.
Der Prozess am Amtsgericht Landgericht beginnt erst 15 Jahre später.  © Julian Stratenschulte/dpa

Keinesfalls aber habe sie ihn töten wollen, sagte sie am Mittwoch laut einer von ihrer Anwältin verlesenen Erklärung am Landgericht Hildesheim.

Der Anklage zufolge soll die damals 21-jährige Deutsche im Dezember 2007 in Schellerten im Landkreis Hildesheim versucht haben, den damals 19-Jährigen heimtückisch zu töten.

Der Staatsanwalt warf der Frau vor, ihrem Bruder nach einem Streit mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen zu haben, als dieser vor einem Spiegel stand und nicht mit einem Angriff rechnete.

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Das Messer mit einer Klingenlänge von 10,5 Zentimetern soll durch die Kleidung nahe des rechten Schulterblattes etwa vier Zentimeter in den Rücken des Mannes eingedrungen sein.

Lebensgefährlich verletzt wurde er demnach nicht. Der Angriff sei aber potenziell lebensbedrohlich gewesen. Der Fall wurde nach Gerichtsangaben der Polizei erst 2020 gemeldet und auch bei der ärztlichen Behandlung nicht offenbart.

In der von der Anwältin verlesenen Erklärung hieß es, die Frau habe damals im gemeinsamen Kinderzimmer geschlafen und sei aufgewacht, weil ihr Bruder ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Der damals 19-Jährige habe seine Wut nach einem Streit mit dem Vater an ihr auslassen wollen.

Die Eltern hätten sich nicht einmischen wollen, daraufhin habe sie spontan ein Messer genommen und zugestochen.

Aktualisiert, 12 Uhr

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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