Nach Dreifachmord in Bispingen: Geständnis des Angeklagten verlesen

Lüneburg - Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Mutter und ihrer zwei Kinder aus Bispingen hat das Lüneburger Landgericht ein unterschriebenes Geständnis verlesen - gegen den Willen des Angeklagten.

Der Angeklagte wird in den Saal des Landgerichts geführt.
Der Angeklagte wird in den Saal des Landgerichts geführt.  © Philipp Schulze/dpa

Wie nun bekannt wurde, hatte es der 35-Jährige im Gefängnis zunächst für die Verteidigung verfasst. Ein Mithäftling soll das Schriftstück dann aus einem offenen Spind entwendet haben.

Demnach trank das Paar am 15. Mai in Bispingen eine Menge Alkohol, bis es zum Streit kam, der in den Morgenstunden eskalierte. "Ich war voller Wut, habe Rot gesehen, bin in einen Mordrausch verfallen", steht in dem Geständnis. Der Pflichtverteidiger des Verdächtigen hatte beantragt, das Schreiben nicht öffentlich zu machen.

Auch auf Bitten des Richters, den Prozess mit einer Einlassung zu verkürzen, wollte sich der Angeklagte erneut nicht zu den Vorfällen äußern. Ein Mithäftling sagte am Mittwoch als Zeuge, der 35-Jährige habe ihm gegenüber zumindest die Tötung der Freundin zugegeben.

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Die Anklage lautet auf Mord in drei Fällen, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern mit Todesfolge und Vergewaltigung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, seine Lebensgefährtin und deren Kinder stranguliert zu haben.

Im Haus der Mutter im Heidekreis waren die Leichen der 35-Jährigen und ihres vierjährigen Sohnes entdeckt worden.

Die Leiche der elfjährigen Tochter war später an einem Waldweg in der Lüneburger Heide in der Nähe von Schneverdingen gefunden worden. Der tatverdächtige Deutsche war nicht der Vater der Kinder.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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