Ex-Hells-Angels-Boss Hanebuth steht wieder vor Gericht

Hannover - Ex-Rockerboss Frank Hanebuth sitzt wieder auf der Anklagebank: Am Amtsgericht Hannover muss sich der 56-Jährige ab Donnerstag zusammen mit einem 20 Jahre jüngeren Mann wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Frank Hanebuth (56) sitzt im Gerichtssaal im Amtsgericht Hannover. (Archivbild)
Frank Hanebuth (56) sitzt im Gerichtssaal im Amtsgericht Hannover. (Archivbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Es geht um eine Schlägerei im Oktober 2020 - damals wurde in Hannovers Rotlichtviertel ein 37-Jähriger verprügelt.

Als die Polizei dem Mann habe helfen wollen, sollen die beiden Angeklagten und mindestens acht weitere Menschen die Beamten daran gehindert haben, wie ein Gerichtssprecher im Vorfeld sagte.

Das Amtsgericht Hannover habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erlassen, wonach Hanebuth zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt werden sollte.

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Dagegen habe der Ex-Hells-Angels-Chef allerdings Einspruch eingelegt, sagte der Gerichtssprecher. Das sei der Grund für den Prozess.

Erst im August 2020 hatte das Amtsgericht Geldstrafen gegen den Rockerboss und weitere Männer verhängt.

Hanebuth war nach Überzeugung des Gerichts mit weiteren Männern beteiligt, als ein 40 Jahre alter Kfz-Mechaniker geschlagen wurde.

Der Rocker muss sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.
Der Rocker muss sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.  © Henning Kaiser/dpa

Bei einer Razzia im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurden im November 2018 verbotene Waffen, vor allem Patronen, auf dem Anwesen von Hanebuth gefunden.

Update, 13.35 Uhr: Anwalt sieht Prozess entspannt entgegen

Zum Auftakt des Prozesses hat Ex-Rockerboss Frank Hanebuth zunächst keine Angaben gemacht.

Allerdings sagte sein Anwalt am Donnerstag am Amtsgericht Hannover, die Vorwürfe seien aus den Ermittlungsergebnissen nicht abzuleiten.

Er wisse nicht, wie seinem Mandanten strafbares Verhalten zugeordnet werden solle: "Ich sehe der Sache völlig entspannt entgegen", sagte der Verteidiger.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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