Attacke "wie im Horrorfilm": Mann wegen Mordes an Ex-Freundin verurteilt

Hannover – Nach dem gewaltsamen Tod einer 42-Jährigen auf einer Landstraße nahe Hameln (Niedersachsen) hat das Landgericht Hannover ihren Ex-Partner zu 14 Jahren Gefängnis wegen Mordes verurteilt.

Der Angeklagte sitzt zum Prozessauftakt im Gerichtssaal des Landgerichtes Hannover und hält sich eine Mappe vor das Gesicht.
Der Angeklagte sitzt zum Prozessauftakt im Gerichtssaal des Landgerichtes Hannover und hält sich eine Mappe vor das Gesicht.  © Julian Stratenschulte/dpa

Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Joseph am Freitag.

Ende August 2020 hatte der 60-jährige Pole den Wagen seiner in ein Frauenhaus geflüchteten früheren Lebensgefährtin nachts ausgebremst und sie mit einem Hammer und einem Messer angegriffen.

Die Frau wählte den Notruf. Die knapp zehnminütige Aufzeichnung hatten sich die Prozessbeteiligten an einem früheren Verhandlungstag angehört. Sie versuchte, auf den Gewalttäter einzureden und flüchtete blutend aus dem Wagen. "Wie in einem Horrorfilm" beschrieb dies ein gegen Ende der Attacke zufällig vorbeifahrender Zeuge.

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Weil der Mann vor dem Verbrechen viel Alkohol getrunken hatte, stellte das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit fest, was ihn vor einer lebenslangen Freiheitsstrafe bewahrte.

Der 60-Jährige nahm das Urteil äußerlich unbeeindruckt entgegen. Er hatte bestritten, damit gedroht zu haben, seine Ex-Freundin umzubringen, obwohl davon eine Sprachnachricht existiert. Die Polizei hatte ihn kurz nach der Attacke schlafend in seiner Wohnung in Bad Pyrmont festgenommen.

Nach Überzeugung des Gerichtes wollte der als herrschsüchtig beschriebene, schon zuvor gewalttätige Mann die 42-Jährige dafür bestrafen, dass sie ihn verlassen hatte.

Beide hatten sich 2018 als polnische Leiharbeiter in der Fleischindustrie kennengelernt. Auch zuletzt waren sie im gleichen Lebensmittel-Unternehmen tätig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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