Junge Frau (†19) mit Betonplatte in Fluss versenkt: Lebenslange Haft gefordert!

Verden/Aller - Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod einer gefesselten 19-Jährigen in der Weser sind am Montag die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gehalten worden.

Update, 14.18 Uhr: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Zwei der drei Angeklagten sitzen in der Stadthalle Verden. Sie sollen eine 19-Jährige grausam ermordet haben.
Zwei der drei Angeklagten sitzen in der Stadthalle Verden. Sie sollen eine 19-Jährige grausam ermordet haben.  © Sina Schuldt/dpa

Die Staatsanwaltschaft hat am Montag lebenslange Haft für die drei Angeklagten gefordert. Vor dem Landgericht Verden forderte die Staatsanwältin, die zwei Männer und die Frau unter anderem wegen versuchten Mordes durch Unterlassen und Menschenhandels zu verurteilen. Demnach konnte der Prozess nicht genau klären, wie die psychisch schwer kranke Frau starb.

Es sei naheliegend, dass die 19-Jährige im April 2020 lebend versenkt wurde, sagte die Vertreterin der Anklage. Ihr zufolge kann aber nicht sicher bewiesen werden, dass sie ertrunken ist.

Möglich ist demnach auch, dass die an einer paranoiden Schizophrenie erkrankte Frau auf dem Grundstück des heute 41-jährigen Angeklagten starb und ihre Leiche in die Weser geworfen wurde oder dass die Frau in bewusstlosem Zustand versenkt wurde.

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"Wir können es eben nicht ohne vernünftige Zweifel feststellen", so die Staatsanwältin, die das Verhalten der drei Angeklagten mehrfach als menschenverachtend und grausam bezeichnete. Demnach versuchten die Männer, die 19-jährige Frau als Prostituierte zu vermarkten und nutzten ihre persönliche Zwangslage aus.

Als sie merkten, dass ein Geschäft wegen des Gesundheitszustands der Frau nicht möglich war, wollten sie sie loswerden.

Trio soll 19-Jährige gefesselt und in der Weser versenkt haben

Der Mordprozess gegen zwei Männer und eine Frau nähert sich dem Ende.
Der Mordprozess gegen zwei Männer und eine Frau nähert sich dem Ende.  © Sina Schuldt/dpa

Seit Februar verhandelt das Landgericht Verden den Fall, zwei Männer und eine Frau sitzen auf der Anklagebank.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Deutschen vor, die wehrlose, psychisch kranke 19-Jährige im April 2020 grausam und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben, um andere Straftaten zu verdecken.

Demnach wollten die Männer die Frau zunächst als Prostituierte vermarkten. Nachdem das nicht funktioniert hatte, soll das Trio die 19-Jährige unbekleidet mit einem Stromkabel auf eine Waschbetonplatte gefesselt haben.

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Laut Anklage sollen die beiden Männer oder alle drei Angeklagten die Frau schließlich an der Weserschleuse in Balge im niedersächsischen Kreis Nienburg in den Fluss geworfen haben.

Knapp drei Wochen später wurde die Leiche gefunden. Die Angeklagten haben sich während des Prozesses nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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