Streit um Hund endet tödlich: Ehepaar und Sohn verurteilt

Von Britta Körber

Lüneburg – Ein heftiger Streit zwischen zwei Familien um den Kauf eines Hundes auf einem Supermarktparkplatz in Wietze (Landkreis Celle) ist so weit eskaliert, dass ein Mann mit dem Leben bezahlen musste. Nun soll am Mittwoch das Urteil vor dem Lüneburger Landgericht fallen.

Das Urteil gegen ein Ehepaar und dessen Sohn wird vor dem Lüneburger Landgericht erwartet. (Archivbild)
Das Urteil gegen ein Ehepaar und dessen Sohn wird vor dem Lüneburger Landgericht erwartet. (Archivbild)  © Philipp Schulze/dpa

Bei der Auseinandersetzung im Oktober 2017 um die Rückabwicklung des Verkaufs war ein Mann so schwer verletzt worden, dass er zwei Jahre später nach zwei Kopfoperationen und einem Wachkoma starb.

Angeklagt sind ein Ehepaar und ihr 24-jähriger Sohn.

Zunächst soll die Mutter eine andere Frau mit der Hundeleine geschlagen haben. Vater und Sohn sollen dann dem Lebensgefährten Schläge verpasst haben. Auch als dieser hinfiel, sollen sie weitergemacht haben, heißt es in der Anklage.

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Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge.

Das Verfahren war zunächst im Frühjahr 2019 beim Amtsgericht Celle angeklagt und eröffnet worden.

Nachdem das Opfer gestorben war und damit der Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge im Raum stand, wurde das Verfahren an das Landgericht abgegeben.

Update, 30. Juni: Bewährungsstrafen für Eltern und Sohn

Das Lüneburger Landgericht hat Bewährungsstrafen verhängt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte, die Freispruch für die Angeklagten aus Hannover forderten, können die Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof anfechten.

Der Sohn wurde am Mittwoch zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Zum Tatzeitpunkt galt er noch als Heranwachsender.

Der 54 Jahre alte Vater erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung. Auch die Mutter machte sich wegen gefährlicher Körperverletzung strafbar und wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Alle drei bekamen eine Bewährungszeit von jeweils zwei Jahren.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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