Säugling zu Tode geschüttelt: Urteil gegen Mutter gefallen!

Aurich - Ein kleines Mädchen starb im November 2017 an den Folgen eines Schütteltraumas - an diesem Freitag (10 Uhr) wird am Landgericht Aurich ein Urteil gegen die 34 Jahre alte Mutter erwartet.

Ein Justizbeamter steht in einem niedersächsischen Gerichtssaal. Am Freitag fällt am Landgericht Aurich das Urteil gegen eine 34-jährige Frau. (Symbolfoto)
Ein Justizbeamter steht in einem niedersächsischen Gerichtssaal. Am Freitag fällt am Landgericht Aurich das Urteil gegen eine 34-jährige Frau. (Symbolfoto)  © Friso Gentsch/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen vor, ihr wenige Monate altes Kind in der ostfriesischen Gemeinde Filsum so stark geschüttelt zu haben, dass der Säugling im Krankenhaus an den Verletzungen starb.

Ärzte hatten bei dem Baby ein schweres Schütteltrauma festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag eine Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge von drei Jahren und acht Monaten gefordert.

Die Verteidigung sah dagegen keinen Vorsatz. Sie forderte daher eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung und eine Bewährungsstrafe.

Update, 28. Mai, 16 Uhr: Urteil gefallen

Die Mutter ist nach dem Schütteltod ihres nur wenige Monate alten Babys zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden.

Das Landgericht Aurich sah eine Körperverletzung mit Todesfolge als erwiesen an.

Die Kammer sei nach der Beweisaufnahme zu dem Schluss gekommen, dass der Säugling "mehrfach und kräftig" geschüttelt wurde, teilte ein Gerichtssprecher nach dem Urteil am Freitag mit.

Zum Prozessauftakt Mitte April hatte die 34 Jahre alte Deutsche keine Angaben gemacht. Im Verlauf der Verhandlung hatte sie dann eingeräumt, das Mädchen geschüttelt zu haben.

Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge von drei Jahren und acht Monaten gefordert hatte.

Die Verteidigung hatte dagegen keinen Vorsatz gesehen und für eine Bewährungsstrafe bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung plädiert.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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