Angeklagter gesteht Spionage für türkischen Geheimdienst: Diese Strafe droht ihm jetzt

Düsseldorf – Im Prozess um Spionage für türkische Geheimdienste hat die Bundesanwaltschaft neun Monate Haft auf Bewährung für den geständigen Angeklagten (47) beantragt.

Der 47-jährige Angeklagte hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt.
Der 47-jährige Angeklagte hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt.  © Martin Höke/dpa

Das hat eine Gerichtssprecherin am heutigen Mittwoch auf dpa-Anfrage mitgeteilt. Der Angeklagte hatte zugegeben, Informationen über zwei in Köln lebende Anhänger der Gülen-Bewegung weitergegeben zu haben.

Die türkische Regierung macht die sogenannte Gülen-Bewegung für den Putschversuch in der Türkei von 2016 verantwortlich und geht im eigenen Land gegen Anhänger der Organisation vor.

Der Staatsschutzsenat hatte dem 47-jährigen Angeklagten im Vorfeld im Gegenzug für ein Geständnis eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt.

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Außerdem soll der Angeklagte einem bereits wegen Spionage verurteilten Komplizen 200 Schuss scharfe Munition verkauft und in seiner Kölner Wohnung übergeben haben. Auch das hatte der Beschuldigte zugegeben.

Die Patronen und eine Liste mit Namen und Steckbriefen von Anhängern der Gülen-Bewegung waren im September 2021 in einem Düsseldorfer Hotelzimmer gefunden worden und hatten einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Das Oberlandesgericht will bereits am morgigen Donnerstag das Urteil verkünden.

Titelfoto: Martin Höke/dpa

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