Aus "abgrundtiefem Hass": 24-Jähriger gesteht blutigen Mordversuch an eigenem Bruder

Düsseldorf – Ein 24-Jähriger hat in Düsseldorf gestanden, mehrfach auf seinen eigenen Bruder eingestochen zu haben. Das gab er am Freitag beim Prozessauftakt vor dem Landgericht zu. Dort ist er wegen versuchten Mordes angeklagt. Tatmotiv war laut Anklage abgrundtiefer Hass.

Der 24-Jährige gestand am Freitag die Messerstiche, die seinen Bruder hätten töten können.
Der 24-Jährige gestand am Freitag die Messerstiche, die seinen Bruder hätten töten können.  © Martin Höke/dpa

Als der damals 33-jährige ältere Bruder von einem Spaziergang zurückkam, soll der Jüngere am 1. August vergangenen Jahres mit einem Küchenmesser mit 15 Zentimeter langer Klinge auf ihn eingestochen haben.

Nachdem die Klinge bei einem Stich ins Bein abgebrochen war, soll der Angeklagte ein weiteres Messer geholt haben, um die Tat fortzusetzen. Dann soll ein weiterer Bruder eingegriffen und den 24-Jährigen niedergerungen haben.

Das 33-jährige Opfer wurde schwer verletzt, schwebte in Lebensgefahr und musste notoperiert werden.

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Er sei damals nach der Trennung von seiner Freundin angetrunken, deprimiert und wütend gewesen, sagte der Angeklagte. "Ich wollte nur der Person schaden, die mich in die Lage gebracht hat", sagte er. Das Verhältnis zum ältesten Bruder sei schon seit Jahren zerrüttet.

Der Bruder habe seiner Freundin sexuelle Angebote gemacht. Nach dem Ende der Beziehung zu der Frau war der Deutsche mit griechischen Wurzeln erst drei Tage vor der Tat zurück in die Wohnung zu seiner Mutter und den beiden Brüdern gezogen.

Brüder schildern Tatverlauf, Mutter verweigert die Aussage

Er habe am Tattag schon nach dem Aufstehen eine Flasche Wein getrunken, sagte der 24-Jährige. "Es war der schlechteste Tag, den man haben kann." Als dann der verhasste Bruder nach Hause kam, habe er rot gesehen.

Der dritte, mittlere Bruder sagte aus, er habe versucht, seinen herumschreienden jüngeren Bruder zu beruhigen. Als das nicht gelang, "habe ich ihn überwältigt und auf dem Boden fixiert", schilderte der 31-Jährige. Dann sei die Polizei eingetroffen.

Das Opfer sei durch sechs Stiche an Kopf, Armen und Beinen schwer verletzt worden. Der Blutverlust sei lebensbedrohlich gewesen, sagte die Staatsanwältin.

Während ihre drei Söhne aussagten, machte die Mutter des Angeklagten, eine 59-jährige Altenpflegerin, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Aktualisiert, 21. Januar, 14.52 Uhr

Titelfoto: Martin Höke/dpa

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