Bande schleuste Millionen am Fiskus vorbei: Urteil im Prozess um Hawala-Banking erwartet

Düsseldorf - Im Prozess um das sogenannte illegale Hawala-Banking will das Landgericht Düsseldorf an diesem Dienstag (15 Uhr) das Urteil verkünden.

Die Angeklagten sitzen im Gerichtssaal neben ihren Anwälten. An diesem Dienstag will das Landgericht Düsseldorf im Prozess um das sogenannte illegale Hawala-Banking das Urteil verkünden.
Die Angeklagten sitzen im Gerichtssaal neben ihren Anwälten. An diesem Dienstag will das Landgericht Düsseldorf im Prozess um das sogenannte illegale Hawala-Banking das Urteil verkünden.  © Marcel Kusch/dpa

Der Staatsanwalt hatte Bewährungs- und Haftstrafen zwischen zwei und fünf Jahren für die fünf Angeklagten gefordert. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die Männer haben gestanden, innerhalb von zwei Jahren von Duisburg aus über 210 Millionen Bargeld an Banken und dem Fiskus vorbei illegal in die Türkei geschleust zu haben.

Das Netzwerk war Mitte November 2019 aufgeflogen. Als Kopf und Rädelsführer gilt ein Juwelier aus Duisburg-Marxloh. "Alle in der Anklageschrift aufgeführten Vorwürfe sind zutreffend", hatte der 52-Jährige gestanden.

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"Ich habe zwar gewusst, dass das Hawala-Banking in Deutschland strafbar ist, aber nie an organisierte Kriminalität gedacht."

Sein Verteidiger regte eine Haftstrafe von unter drei Jahren an. Das Hawala-System sei in muslimischen Ländern als alternatives Überweisungssystem weit verbreitet.

Mit dem System können Kunden gegen Provision außerhalb des staatlich genehmigten Banken- und Finanzwesens Geld überweisen.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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