Missbrauchskomplex Münster: Student (27) muss neun Jahren hinter Gitter

Münster - Im Missbrauchskomplex Münster verkündet das Landgericht in der westfälischen Stadt am Dienstag (11 Uhr) ein weiteres Urteil.

Das Landgericht verkündet am Dienstag ein weiteres Urteil im Missbrauchskomplex Münster, verantworten muss sich ein Mann (27) aus Aachen. Im Komplex "Rose" laufen bundesweit Verfahren gegen zahlreiche Beschuldigte.
Das Landgericht verkündet am Dienstag ein weiteres Urteil im Missbrauchskomplex Münster, verantworten muss sich ein Mann (27) aus Aachen. Im Komplex "Rose" laufen bundesweit Verfahren gegen zahlreiche Beschuldigte.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Verantworten muss sich ein 27-jähriger Mann aus Aachen wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern an verschiedenen Orten. Darunter ist auch der Ziehsohn des im Hauptprozess angeklagten IT-Technikers aus Münster.

Die Staatsanwaltschaft hatte am vorletzten Prozesstag zehn Jahre und acht Monate Haft für den 27-Jährigen gefordert. Erstmals sprach sich die Anklage in dem Komplex auch für eine anschließende Sicherungsverwahrung aus.

Die Verteidigung stellte in ihrem Plädoyer keinen Antrag zur Strafhöhe, lehnte aber die Sicherungsverwahrung ab. Sie dient dazu, die Allgemeinheit vor gefährlichen Tätern auch nach Verbüßung der eigentlichen Strafhaft zu schützen.

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Weitere Prozesse - wie gegen den IT-Techniker, der als Haupttäter gilt, und weitere Angeklagte - sind am Landgericht Münster anhängig. Hier werden Urteile erst im Frühjahr erwartet.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Tatkomplexen in Nordrhein-Westfalen, die seit dem Jahr 2019 aufgedeckt wurden.

Es geht dabei um sexuelle Gewalt an einer Vielzahl von Kindern und um große Netzwerke von Tatverdächtigen.

Update, 13.55 Uhr: Gericht verurteilt 27-jährigen zu neun Jahren Haft

Im Missbrauchskomplex Münster hat das Landgericht einen 27-jährigen Mann wegen mehrfachem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zu neun Jahren Haft verurteilt.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers vom Dienstag blieb die Große Strafkammer damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die hatte neben fast elf Jahren Haft auch die anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht begründete das Strafmaß mit dem ausführlichen Geständnis des 27-Jährigen. Der nicht vorbestrafte Student hatte im Prozess deutlich mehr Taten eingeräumt als ursprünglich angeklagt waren.

Nach Überzeugung des Gerichts soll er mehrere Kinder über drei Jahre an verschiedenen Orten vergewaltigt haben. Darunter war auch der Ziehsohn des Hauptbeschuldigten IT-Technikers aus Münster.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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