Kölner Archiv-Einsturz: Freisprüche zweier Bauleiter werden durch Bundesgerichtshof überprüft

Karlsruhe/Köln – Vor zwölf Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv ein. Damals starben zwei Menschen. Noch immer werden Ermittlungen geführt. Am 7. Juli überprüft der Bundesgerichtshof (BGH) die Freisprüche zweier Bauleiter.

Damals stand das Archiv-Gebäude an der Severinstraße. Eine mit Wasser und Sand vollgelaufene Baugrube brachte das Archiv zum Einsturz.
Damals stand das Archiv-Gebäude an der Severinstraße. Eine mit Wasser und Sand vollgelaufene Baugrube brachte das Archiv zum Einsturz.  © Oliver Berg/dpa

Die obersten Strafrichterinnen und -richter in Karlsruhe wollen dann über die Revisionen der Staatsanwaltschaft verhandeln, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Ein Urteil am selben Tag ist möglich, oft wird aber ein späterer Verkündungstermin bestimmt.

Bei dem Einsturz des Archivs und zweier Wohnhäuser waren am 3. März 2009 zwei Anwohner ums Leben gekommen. Unzählige historische Dokumente wurden verschüttet, es entstand immenser Schaden.

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Laut Kölner Landgericht waren die Gebäude eingestürzt, weil unmittelbar in der Nähe eine tiefe Baugrube für eine neue U-Bahn-Haltestelle durch eine geborstene Schlitzwand mit Wasser und Sand volllief.

Als Ursache stellte das Gericht einen gravierenden Fehler beim Aushub 2005 fest: Arbeiter hatten damals einen Gesteinsblock nicht beseitigt.

Weiterer Bauüberwacher und Oberbauleiter haben Revision eingelegt

Die beiden Bauleiter, die für die Errichtung der Schlitzwand und den Aushub der Grube verantwortlich waren, waren im Oktober 2018 freigesprochen worden. Das Landgericht stellte zwar Verletzungen der Sorgfaltspflicht fest, diese seien für den Einsturz aber nicht ursächlich gewesen.

Ein Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Auch er hat Revision eingelegt - wie der BGH mitteilte, soll darüber gesondert per Beschluss entschieden werden.

Das gelte auch für die Revision eines ehemaligen Oberbauleiters, der in einem zweiten Strafprozess zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden war.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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