Mordversuch im Regionalexpress: Mann räumt mysteriöse Messerattacke ein, Motiv bleibt rätselhaft

Mönchengladbach - Ein halbes Jahr nach einer blutigen Messerattacke im Regionalexpress RE 8 muss sich ein Mann (25) wegen versuchten Mordes in Mönchengladbach vor Gericht verantworten.

Warum der Angreifer auf sein Opfer einstach ist, ist noch unklar.
Warum der Angreifer auf sein Opfer einstach ist, ist noch unklar.  © Oliver Berg/dpa

Er soll grundlos und unvermittelt mit einem Küchenmesser auf einen 16-jährigen Mitreisenden aus Rommerskirchen eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt haben.

Der Prozess beginnt am heutigen Freitag (11 Uhr) am Landgericht.

Der Angeklagte soll am 12. März, kurz nachdem ein Schaffner seinen Fahrschein kontrolliert hatte, aufgestanden sein und mit einem Küchenmesser auf den im selben Waggon sitzenden Schüler eingestochen haben.

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Der Jugendliche erlitt zahlreiche Stichwunden an Armen, Bauch und Brust und schwebte in Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Messerstecher hatte sich am nächsten Bahnhof in Rommerskirchen widerstandlos festnehmen lassen.

Das Motiv für die Bluttat ist nach wie vor rätselhaft. Verdächtiger und Opfer kannten sich vorher nicht und hatten den Ermittlungen zufolge keinerlei Beziehung zueinander.

Überwachungskameras hatten die Bluttat aufgezeichnet

Eine psychiatrische Gutachterin soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten klären. Bisher habe sich der wohnsitzlose Pole, der vor vier Jahren nach Deutschland kam, nicht zu den Vorwürfen geäußert, heißt es.

Überwachungskameras in der Regionalbahn hatten die Bluttat aufgezeichnet.

Als einziger Zeuge ist zum Auftakt das Opfer geladen. Dem Schüler drohte zwischenzeitlich die Amputation mehrerer Finger und eines Armes. Inzwischen soll es ihm wieder besser gehen. Für den Prozess sind bis Ende Oktober sieben Verhandlungstage angesetzt.

Update, 15.33 Uhr: Täter räumt Messerattacke ein und entschuldigt sich

Ein halbes Jahr nach einer blutigen Messerattacke in einem Regionalexpress hat vor dem Landgericht Mönchengladbach am Freitag der Strafprozess gegen den mutmaßlichen 25-jährigen Täter begonnen.

"Der kam von hinten, hat ein Messer gezogen und zugestochen", sagte das heute 17-jährige Opfer als Zeuge am ersten Verhandlungstag aus. Der Schüler erlitt bei dem Angriff sechs Stichverletzungen im Brust- und Bauchbereich sowie am Arm.

Als der Angreifer schließlich von ihm abgelassen habe, habe er sich nach vorne geschleppt. Der Schaffner habe ihn ins Führerhaus gezogen. Auch zwei Frauen hatten sich in den vorderen Zugbereich geflüchtet und dort in Sicherheit gebracht.

Der angeklagte Pole ließ über seinen Verteidiger knapp erklären, dass er die Tatvorwürfe einräume. Nach der Zeugenaussage des Opfers entschuldigte er sich bei dem 17-Jährigen: "Es tut mir leid, was ich getan habe."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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