Nach massiver Misshandlung ihrer Kleinkinder: Urteil gegen die jungen Eltern gefallen!

Mönchengladbach - Im Prozess um die massiven Misshandlungen zweier Kleinkinder will das Landgericht Mönchengladbach am Montag (11 Uhr) die Urteile gegen die angeklagten Eltern verkünden.

Blick auf das Landgericht Mönchengladbach: Am Montag soll hier im Prozess um die massiven Misshandlungen zweier Kleinkinder das Urteil gegen die Eltern (20, 24) fallen.
Blick auf das Landgericht Mönchengladbach: Am Montag soll hier im Prozess um die massiven Misshandlungen zweier Kleinkinder das Urteil gegen die Eltern (20, 24) fallen.  © Marcel Kusch/dpa

Der 24 Jahre alte Vater soll seinen fünf Wochen alten Sohn und seine 17 Monate alte Tochter grausam misshandelt haben.

Die 20-jährige Mutter der Kinder ist mitangeklagt, weil sie nichts dagegen unternommen hatte.

Beide haben die Tatvorwürfe eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Vater 13 Jahre Haft und für die zur Tatzeit 19 Jahre alte Mutter eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren.

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Der Vater muss sich wegen schwerer Kindesmisshandlung sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung von Schutzbefohlenen in 28 Fällen verantworten.

Der inzwischen von ihm geschiedenen Frau wird Unterlassung in 13 Fälle vorgeworfen.

Der heute zehn Monate alte Junge erlitt bleibende Hirnschäden und Knochenbrüche, er lebt bei einer Pflegefamilie. Auch die 17 Monate alte Tochter soll der Angeklagte geschlagen, gequält und verletzt haben.

Nach Bekanntwerden der Verletzungen nahm die Stadt Mönchengladbach die Kinder in Obhut.

Update, 12.48 Uhr: Eltern zu Haft- und Geldstrafen verurteilt

Das Landgericht Mönchengladbach hat einen 24 Jahre alten Vater wegen schwerer Misshandlung seiner beiden kleinen Kinder zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Richter begründeten in ihrem Urteilsspruch am Montag die hohe Strafe mit den extremen Tatfolgen.

Die 20-jährige Mutter der Kinder wurde als Heranwachsende zu vier Jahren Jugendhaft verurteilt, weil sie nichts zum Schutz ihrer Kinder unternommen hatte. Die Urteile entsprachen im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

Laut dem Urteil soll der Vater zudem Schmerzensgeld in Höhe von 500.000 Euro an den Jungen und von 15.000 Euro an die Tochter zahlen. Die Mutter wurde verurteilt zu einer Zahlung von 300.000 Euro an den Sohn sowie von 10.000 Euro an die Tochter.

Der Vater musste sich wegen schwerer Kindesmisshandlung sowie schwerer und gefährlicher vorsätzlicher Körperverletzung von Schutzbefohlenen in 28 Fällen verantworten. Er wurde nicht wegen versuchten Totschlags angeklagt, weil er im Januar dafür sorgte, dass seine Frau den Säugling ins Krankenhaus brachte. Dort wurde das lebensgefährlich verletzte Kind auf der Intensivstation behandelt. Die 17 Monate alte Schwester erlitt Knochenbrüche.

Die Stadt war Nebenklägerin. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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