Plötzliche Wende im Prozess um angebliche Racheaktion eines Clans

Düsseldorf - Im Prozess um die angebliche blutige Rache eines Essener Familienclans zeichnet sich nach dem Auftauchen eines Videos eine Wende ab.

Nach dem Auftauchen eines Videos zeichnet sich im Prozess um die angebliche blutige Rache eines Essener Familienclans eine überraschende Wende ab. Der Prozess wird am Landgericht Düsseldorf verhandelt. (Archivbild)
Nach dem Auftauchen eines Videos zeichnet sich im Prozess um die angebliche blutige Rache eines Essener Familienclans eine überraschende Wende ab. Der Prozess wird am Landgericht Düsseldorf verhandelt. (Archivbild)  © Martin Gerten/dpa

Auf dem Video ist das angebliche Opfer (36) mit verbundenem Arm in einem Krankenbett liegend zu sehen, wie es sagt: "Ich habe mich verletzt, als ich dir ein Glas auf den Kopf geschlagen und dir das Gesicht zerschnitten habe. Ihr habt mir nichts getan, ich habe mich selbst verletzt." Das Video war auf einer Plattform im Internet veröffentlicht worden.

Das Gericht erteilte daraufhin den Hinweis, dass dem 36-jährigen vermeintlichen Opfer ein Aussageverweigerungsrecht zustehe, weil es sich wegen Falschverdächtigung selbst belasten könnte. Das gleiche gelte für einen Zeugen, der daraufhin erklärte, er habe von der Tat selbst nichts mitbekommen.

Laut Anklage war das angebliche Opfer als Verräter ins Visier des Clans geraten, in einen Düsseldorfer Nachtclub gelockt und dort schwer verletzt worden. Der Prozess gegen zwei Angeklagte wegen schwerer gefährlicher Körperverletzung hatte in der vergangenen Woche begonnen.

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Mit dem zerschnittenen Gesicht könnte einer der Angeklagten (27, 28) gemeint sein, der eine große Wunde auf der Stirn samt heute noch sichtbarer Narbe davontrug, wie sein Verteidiger sagte. Beide 27 und 28 Jahre alten Männer sollen einer Großfamilie aus Essen angehören.


Diese sollen mit der Enkeltrick-Masche Senioren betrogen haben. Das Pärchen war daraufhin vor drei Jahren festgenommen worden und ist bereits wegen Betrugs vom Landgericht Tübingen zu Haftstrafen von acht und neun Jahren verurteilt worden.

Update, 14.34 Uhr: Prozess endet mit Freispruch

Nach einer angeblichen blutigen Racheaktion eines Essener Familienclans sind beide Angeklagten freigesprochen worden. Zuvor war in dem Prozess ein Video aufgetaucht und hatte für eine spektakuläre Wende gesorgt, die die Vorwürfe der Anklage in sich zusammenfallen ließ.

Schließlich sprach die Richterin auf Antrag des Staatsanwalts und der Verteidiger beide Männer vom Vorwurf der schweren, gefährlichen Körperverletzung frei. Laut Anklage sollten sie mit einer abgebrochenen Glasflasche aus Rache mehrere Sehnen und Arterien der rechten Hand des Opfers durchschnitten haben.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa

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