Prozess um größte entdeckte illegale Zigarettenfabrik: Mehr als zwei Jahre Haft

Düsseldorf - Der Prozess um eine der größten jemals in Deutschland entdeckten illegalen Zigarettenfabriken steht vor dem Abschluss.

Rechtsanwalt Jörg Rehmsmeier (l.) sitzt im Landgericht neben einem der Angeklagten. Der Prozess um die illegale Zigarettenfabrik hatte am 18. Februar 2021 begonnen.
Rechtsanwalt Jörg Rehmsmeier (l.) sitzt im Landgericht neben einem der Angeklagten. Der Prozess um die illegale Zigarettenfabrik hatte am 18. Februar 2021 begonnen.  © Frank Christiansen/dpa

Das Landgericht Kleve war für das Verfahren gegen zwölf Angeklagte in den Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ausgewichen.

Dort sollen nach Angaben des Gerichts am heutigen Mittwoch ab 10 Uhr die Plädoyers gehalten und womöglich auch schon das Urteil verkündet werden.

Nach Angaben von Zollfahndern hatte die in Kranenburg an der deutsch-niederländischen Grenze entdeckte Anlage zehn Millionen Zigaretten pro Woche produziert.

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Der Steuerschaden beträgt laut Anklage fast sechs Millionen Euro.

Zwölf Männer im Alter von 28 bis 60 Jahren stehen seit Februar vor Gericht. Die Anklage listet Steuerhinterziehung, Steuerhehlerei und Verstoß gegen das Markengesetz als Tatvorwürfe auf.

Die Zigaretten sollen für den britischen Schwarzmarkt mit seinen hohen Tabakpreisen bestimmt gewesen sein.

Update, 15.34 Uhr: Täter zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Nach dem Auffliegen einer der größten jemals in Deutschland entdeckten illegalen Zigarettenfabriken sind zwölf Männer zu je zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. "Sie sind Bestandteil eines hochkriminellen Unternehmens gewesen, das durchaus der Organisierten Kriminalität zugerechnet werden kann", sagte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Kleve am Mittwoch.

Die Männer seien für Steuerschäden in Millionenhöhe verantwortlich. Insgesamt liege der Steuerschaden durch illegale Zigaretten in Europa in Milliardenhöhe und sei ein großes Problem.

Bei Produktionskosten von unter einem Euro pro Packung seien die Gewinnspannen mit denen des Drogenhandels gleichzusetzen, so der Richter.

Leider seien die Hintermänner und Schmuggelwege im Dunkeln geblieben.

Titelfoto: Frank Christiansen/dpa

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