Prozess verzögert sich: Zwei Maskenverweigerer von Spezialkräften zu Hause abgeholt

Bonn – Ein Jahr nach dem provokanten Auftritt von Maskenverweigerern in einem Supermarkt in Troisdorf beginnt am Donnerstag (9 Uhr) der Prozess vor dem Bonner Landgericht.

Drei Maskenverweigerer müssen sich nach einer Schlägerei in einem Troisdorfer Supermarkt vor dem Bonner Landgericht verantworten.
Drei Maskenverweigerer müssen sich nach einer Schlägerei in einem Troisdorfer Supermarkt vor dem Bonner Landgericht verantworten.  © Marius Becker/dpa

Die Anklage wirft zwei Männern und einer Frau gefährliche Körperverletzung sowie Angriff auf Polizeibeamte vor.

Die 35 und 38 Jahre alten Männer und die 30-jährige Frau sollen am Nachmittag des 9. Mai 2020 in den Supermarkt gegangen sein, um gegen die Maskenpflicht zu protestieren.

Nach den Ermittlungen der Polizei provozierten sie die Mitarbeiter des Geschäfts bewusst und verhielten sich zunehmend aggressiv.

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Als die alarmierte Polizei vor Ort erschien, eskalierte die Situation: Der 38-Jährige und sein Kumpan sollen den Beamten mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Diese trugen erhebliche Verletzungen davon.

Die Aktion wurde laut Staatsanwaltschaft von den drei Angeklagten mit Handys und einer an der Brust befestigten Body-Cam gefilmt, das Video wurde später ins Internet gestellt.

Der 35-Jährige, der der "Reichsbürger"-Szene zugeordnet wird, soll sechs Tage nach dem Vorfall erneut in dem Supermarkt erschienen sein und einen Mitarbeiter beleidigt haben.

Für den Prozess vor der 1. Großen Strafkammer sind fünf Verhandlungstage vorgesehen.

Update, 14.15 Uhr: Angeklagte müssen von zu Hause abgeholt werden

Der Prozess gegen drei Maskenverweigerer ist am Donnerstag erst nach mehrstündiger Verzögerung in Gang gekommen.

Bereits kurz nach Beginn wurde die Verhandlung im Bonner Landgericht unterbrochen, weil zwei der drei Angeklagten nicht erschienen waren. Daraufhin nahmen Spezialkräfte der Polizei den 36-jährigen Mann und die 31-jährige Frau zu Hause fest und brachten sie ins Gericht.

Die Kammer beschloss, das Verfahren gegen die Frau abzutrennen, da diese erst vor wenigen Tagen ein Kind geboren hatte.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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