Schlimmer Verdacht gegen Polizisten: Er soll einen Radler ins Gleisbett gestoßen haben

Bonn – Die Bonner Staatsanwaltschaft hat einen Polizeibeamten (40) wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll im August 2020 auf dem Bahnsteig einer U-Bahnhaltestelle in Bonn einen Radfahrer (48) vorsätzlich ins Gleisbett gestoßen haben.

Ein Polizist soll einen Radfahrer von einem Bahnsteig ins Gleisbett gestoßen haben. (Symbolbild)
Ein Polizist soll einen Radfahrer von einem Bahnsteig ins Gleisbett gestoßen haben. (Symbolbild)  © Roberto Pfeil/dpa

Wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mitteilte, erlitt der 48-Jährige, der 2,6 Promille im Blut hatte, durch den Sturz eine lebensgefährliche Schädelfraktur, die operiert werden musste.

Laut Anklage war der Polizeikommissar nicht im Dienst. Er soll sich dem auf der Sicherheitsmarkierung Radelnden in den Weg gestellt haben, um ihn zu stoppen.

Als der 48-Jährige an ihm vorbeifahren wollte, soll er seinen rechten Arm so heftig gegen den Oberkörper des Radfahrers gestoßen haben, dass dieser aus dem Gleichgewicht geriet und mit dem Fahrrad im Gleisbett landete.

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Als der Beamte sah, wie schwer verletzt der Mann war, holte er mit anderen Passanten Hilfe.

Der Angeklagte bestreitet, den Radfahrer absichtlich gestoßen zu haben, vielmehr sei es ein unglücklicher Unfall gewesen. Auf einer Überwachungskamera ist der Vorfall zwar aufgezeichnet, jedoch so undeutlich, dass die Art der Armbewegung schwer zu deuten ist.

Der Prozess findet vor dem Bonner Amtsgericht statt.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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