Sie planten Mord an Islam-Kritiker: Gericht fordert lange Haftstrafen für tadschikische IS-Terroristen

Düsseldorf – Die Bundesanwaltschaft hat gegen fünf mutmaßliche tadschikische IS-Terroristen zwischen vier und zwölf Jahren Gefängnis beantragt.

Die Männer sollen für die Organisation von verschiedenen Anschlägen verantwortlich gewesen sein.
Die Männer sollen für die Organisation von verschiedenen Anschlägen verantwortlich gewesen sein.  © Roland Weihrauch/dpa

Das teilte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag auf Anfrage mit. Dort hatte der Prozess gegen die mutmaßliche Terrorzelle des "Islamischen Staats" (IS) in Deutschland vor einem Jahr begonnen. Die Angeklagten wohnten alle in Nordrhein-Westfalen – zuletzt in Essen, Kreuztal, Neuss, Selfkant und Siegen. Sie sind zwischen 25 und 34 Jahre alt.

Die Bundesanwaltschaft hatte den mutmaßlichen Islamisten in ihrer Anklage unter anderem vorgeworfen, einen Mordanschlag auf einen Islam-Kritiker in Neuss geplant zu haben.

Die Ermordung des YouTube-Kanal-Betreibers soll nur knapp durch den Zugriff einer Spezialeinheit verhindert worden sein. Den Vorwurf der Vorbereitung eines Terroranschlags hatte die Bundesanwaltschaft in den Plädoyers allerdings nur gegen einen der Angeklagten erhoben.

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Für die Ermordung sollte ihr zufolge eine halbautomatische Waffe mit entfernter Seriennummer und Schalldämpfer verwendet werden.

Bei der Übergabe der Waffe habe eine Spezialeinheit zugegriffen.

Ein Mitglied in gesondertem Verfahren bereits verurteilt

Der Islam-Kritiker Amir A. ("Ex-Muslime klären auf") hatte im April 2020 auf YouTube berichtet, dass ein weiterer Mordanschlag auf ihn gescheitert sei. "Diese Geisteskranken hatten sich sogar schon Waffen besorgt", sagte er. "Um Haaresbreite hätten sie es geschafft."

Das Gericht hatte in einem abgetrennten Verfahren bereits einen weiteren mutmaßlichen IS-Terroristen der Gruppe zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Terrorzelle soll sich im Januar 2019 gegründet haben. In dem Prozess stehen nun die Schlussvorträge der Verteidiger an.

Einen endgültigen Termin für die Urteilsverkündung gibt es noch nicht.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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