Soldat bricht bei Geländemarsch zusammen: So hat das Gericht entschieden!

Bonn - Das Bonner Landgericht hat am Mittwoch die Klage eines Bundeswehrsoldaten wegen eines strapaziösen Geländemarsches in Bayern abgewiesen.

Der Soldat musste nach dem Marsch operiert werden. (Symbolbild)
Der Soldat musste nach dem Marsch operiert werden. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Der 34-Jährige aus Baden-Württemberg hatte gegen die Bundesrepublik Deutschland auf insgesamt 60.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld geklagt.

Der Hauptfeldwebel hatte dem Bund Amtspflichtverletzung vorgeworfen, nachdem er am 13. September 2016 bei einem Einzelkämpfer-Lehrgang im fränkischen Hammelburg kollabiert war.

Er musste mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen und operiert werden. Anschließend war er ein halbes Jahr nicht einsatzfähig.

Freund wegen Computerspielens getötet? "Klicken des Joysticks hat mich wahnsinnig gemacht!"
Gerichtsprozesse NRW Freund wegen Computerspielens getötet? "Klicken des Joysticks hat mich wahnsinnig gemacht!"

Das Gericht sah jedoch keine vorsätzliche Amtspflichtverletzung des Ausbilders. Nach Zeugenaussagen habe es genügend Gelegenheiten zu Trinkpausen gegeben.

Auch hätte der Kläger jederzeit den Marsch abbrechen können.

Es bestehe schließlich auch keine Pflicht, die "Flüssigkeitsaufnahme" der Soldaten zu kontrollieren. Um ausreichende Versorgung müsse sich jeder selber kümmern, so das Gericht.

Titelfoto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse NRW: