Urteil: Auch schwerbehinderter Rassist ist kündbar

Düsseldorf - Als Schwerbehinderter mit fast 40 Jahren Betriebszugehörigkeit glaubte er sich unkündbar - und lag falsch: Einem 55-jährigen Chemie-Facharbeiter durfte wegen schwerer rassistischer Beleidigungen ohne vorherige Abmahnung gekündigt werden.

Das Landgericht in Düsseldorf ließ eine Revision gegen das Urteil nicht zu.
Das Landgericht in Düsseldorf ließ eine Revision gegen das Urteil nicht zu.  © Martin Gerten/dpa

Das hat das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf entschieden und ein Urteil der Vorinstanz bestätigt (Az.: 5 Sa 231/20).

Der Arbeiter habe türkischstämmige Kollegen von Fremdfirmen mehrfach rassistisch beleidigt, teilte das Gericht am Dienstag mit.

"Meine Untertanen" war noch eine der harmloseren Titulierungen.

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Zu Weihnachten habe er sich "eine Gaskammer gewünscht", hatte er seine Kollegen wissen lassen.

Der Facharbeiter habe sich als unantastbar geriert, als einer, dem man "nichts könne", weil er einen Behindertenausweis habe und unkündbar sei.

Die Interessenabwägung sei aber trotz seines hohen sozialen Besitzstandes und seiner eher schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu dessen Lasten ausgefallen.

Dies gelte auch deswegen, weil der Arbeiter vor seinen Äußerungen nicht einmal gereizt oder verbal angegriffen worden sei. Es habe sich auch nicht um einen einmaligen Vorfall gehandelt. Die Revision ließ das Gericht nicht zu.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa

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