Urteil erwartet: Hat 33-jährige Mutter seit 2015 IS-Terrormiliz unterstützt?

Düsseldorf - Vier Monate nach Prozessbeginn gegen eine mutmaßliche IS-Terroristin aus Sankt Augustin bei Bonn wird am Dienstag ein Urteil des Oberlandesgerichtes in Düsseldorf erwartet.

Die Anklage hat für die Frau dreieinhalb Jahre Haft gefordert.
Die Anklage hat für die Frau dreieinhalb Jahre Haft gefordert.  © Uli Deck/dpa

Der 33 Jahre alten Mutter wird vorgeworfen, den IS seit Juli 2015 als Mitglied unterstützt und ihren damals fünfjährigen Sohn gegen den Willen des Vaters mit nach Syrien genommen zu haben.

Die Deutsche hatte sich vor ihrer Ausreise nach Syrien von ihrem Ehemann und Vater des gemeinsamen Sohnes scheiden lassen. Das Elternpaar lebte getrennt.

Außerdem soll sie in Syrien zwei Sturmgewehre besessen und damit gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben.

Knast-Urteil gegen IS-Terroristin: Sie schloss sich dem IS an, als sie noch minderjährig war
Gerichtsprozesse NRW Knast-Urteil gegen IS-Terroristin: Sie schloss sich dem IS an, als sie noch minderjährig war

Zum Prozessauftakt Ende März hatte sich die Angeklagte von der Terrormiliz distanziert. Der IS habe sie "gelockt und verführt". Statt der reinen islamischen Lehre "gab es ein System der Zwangsherrschaft mit Folter und Hinrichtungen", erklärte die Frau damals über ihre Anwälte.

Zeitweise soll sie laut Anklage in der damals von den Islamisten kontrollierten irakischen Stadt Mossul gelebt haben und später wieder nach Syrien zurückgekehrt sein. Dort soll sie einen IS-Kämpfer geheiratet und einen weiteren Sohn bekommen haben.

Anklage fordert dreieinhalb Jahre Haft für 33-jährige Mutter

In Syrien war die Frau Anfang 2019 von kurdischen Milizen gefangen genommen und in zwei Lagern festgehalten worden. Die 33-jährige Mutter gehörte zu deutschen Frauen, die im vergangenen Oktober an Deutschland ausgeliefert wurden und mit ihren Kindern zurückkehrten.

Die Anklage hat für die Frau dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Ihre Verteidigerin hat eine zweijährige Bewährungsstrafe beantragt.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse NRW: