Vater setzt sich auf schreiendes Baby bis es stirbt: lebenslange Haft!

Bochum - Weil es schreit, wird ein Baby so schwer misshandelt, dass es stirbt. Jetzt ist der Vater des Kindes verurteilt worden.

Das Justizzentrum Bochum. Am Landgericht wurde der Prozess um den Babymord bis zum heutigen Freitag geführt.
Das Justizzentrum Bochum. Am Landgericht wurde der Prozess um den Babymord bis zum heutigen Freitag geführt.  © dpa/Bernd Thissen

Ein Vater aus Herne ist am Freitag wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte soll sein eigenes Baby im Juni 2020 so schwer misshandelt haben, dass es starb.

Laut Urteil des Bochumer Schwurgerichts hat der 26-Jährige mit voller Kraft auf den Bauch des Säuglings gedrückt, weil dieser geschrien hat. "Der Angeklagte tötete, um seine Ruhe zu haben", sagte Richter Josef Große Feldhaus bei der Urteilsbegründung.

Die Todesursache war ein Verbluten nach innen. Außerdem waren bei dem Baby Serienrippenbrüche festgestellt worden, die der Angeklagte seinem Sohn schon früher zugefügt haben soll.

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Laut Urteil war der 26-jährige Libanese am Tattag allein mit seinem Sohn. Dem Notarzt hatte er damals erzählt, dass er sich aus Versehen auf das auf dem Sofa liegende Baby gesetzt hat. Das werteten die Bochumer Richter jedoch als "Ausrede".

Der Angeklagte habe aus Wut und Hass gehandelt. "Er wollte den schreienden Säugling zum Schweigen bringen", so Richter Große Feldhaus.

Mutter bereits vorher zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

Der alarmierte Rettungsdienst konnte nichts mehr für das Baby tun (Symbolbild).
Der alarmierte Rettungsdienst konnte nichts mehr für das Baby tun (Symbolbild).  © 123rf/Joerg Huettenhoelscher

Die ursprünglich ebenfalls angeklagte Mutter des Jungen war bereits im Februar 2021 zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ihr war vorgeworfen worden, ihr bereits vor dem Tod schwer verletztes Baby vernachlässigt zu haben. So soll sie einen bereits vereinbarten Arzttermin nicht wahrgenommen haben.

Der Angeklagte selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Kurz vor der Urteilsverkündung hatte er sich jedoch seinen Verteidigern angeschlossen, die auf eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert hatten.

Die Bochumer Richter werteten das als Geständnis, dass der 26-Jährige seinen Sohn tödlich verletzt hat. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Montage: dpa/Bernd Thissen, 123RF/Joerg Huettenhoelscher

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