Vor 25 Jahren kaltblütig getötet: Anklage fordert lebenslange Haft für "Sandkuhle"-Mörder

Aachen - Im Prozess um eine vor fast 25 Jahren begangene Gewalttat hat die Anklage eine Verurteilung eines Mannes (51) wegen Mordes zu lebenslanger Haftstrafe beantragt.

Die Anklage hat im Prozess um einen vor fast 25 Jahren begangenen Mord eine Verurteilung des Angeklagten (51) zu einer lebenslangen Haftstrafe beantragt.
Die Anklage hat im Prozess um einen vor fast 25 Jahren begangenen Mord eine Verurteilung des Angeklagten (51) zu einer lebenslangen Haftstrafe beantragt.  © Oliver Berg/dpa

Der 51 Jahre alte Angeklagte habe das Opfer 1996 mit einem inzwischen gestorbenen Komplizen aus Habgier getötet, sagte der Staatsanwalt am Montag in seinem Plädoyer. Sie hätten von dem Opfer 5000 Mark haben wollen.

Mit dem Opfer, einem 43 Jahre alten Wohnmobil-Händler, soll der Angeklagte in einer Werkstatt gearbeitet haben. Der Deutsche hatte an sechs Verhandlungstagen kein Wort gesagt. Seine Verteidiger beantragten Freispruch. Das Urteil soll am Dienstag gesprochen werden.

In dem Prozess geht es um ein mehr als 20 Jahre lang nicht identifiziertes Opfer einer Gewalttat. Die nackte Leiche des Mannes war am 8. Dezember 1996 an einer alten Kiesgrube am Niederrhein entdeckt worden.

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Daher bekam der lange als "Cold Case" eingestufte Fall den Namen "Sandkuhle" - der Fundort war praktisch das einzige, was bekannt war.

Erst 2019 nannte ein Zuschauer der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" den Namen des Toten und gab einen Hinweis auf den Angeklagten.

Die Anklage stützt sich auf diesen sowie weitere Zeugen. Der Angeklagte und der gestorbene mutmaßlichen Mittäter sollen ihnen seinerzeit von der Gewalttat erzählt haben. Aus dem Bericht dieses Zeugen über den Hergang sei Täterwissen zu erkennen, sagte der Staatsanwalt.

Dass das Opfer nicht nur von vielen Schlägen getroffen, sondern auch gedrosselt wurde, sei damals nicht veröffentlicht worden. Insgesamt hatte das Gericht über 45 Zeugen gehört.

Die Tochter des Getöteten ist in dem Verfahren Nebenklägerin. Ihre Anwältin schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Die Tochter war sieben Jahre alt, als ihr Vater verschwand. Sie habe nie glauben können, dass ihr Vater sie im Stich gelassen habe, sagte ihre Vertreterin.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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