"Warum stirbst Du nicht?": Mann muss für Messerangriff an seiner Frau jahrelang in den Knast

Von Martin Höke

Krefeld – Geschubst, gestochen, getreten und gewürgt: Für das Martyrium einer 27-Jährigen in der Tiefgarage des Krefelder Rathauses hat das Krefelder Landgericht sieben Jahre Haft verhängt.

Der Angeklagte (37) wurde vom Krefelder Landgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Der Angeklagte (37) wurde vom Krefelder Landgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt.  © Martin Höke/dpa

Der Ehemann (37) der Frau wurde am Freitag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

Nach Überzeugung der Kammer hatte der 37-Jährige die bereits von ihm getrennt lebende Ehefrau in der Tiefgarage abgepasst, um sie dazu zu bewegen, zu ihm zurückzukehren.

Als dies misslang, habe der Angeklagte die Mutter seiner zwei Kinder zunächst eine Treppe heruntergestoßen und mit einem Messer auf sie eingestochen.

Zoff vor Gericht: Finalisten streiten nach Reality-Show um Preisgeld
Gerichtsprozesse NRW Zoff vor Gericht: Finalisten streiten nach Reality-Show um Preisgeld

Laut Anklage hatte der Mann auch auf seine Ehefrau eingetreten, sie gewürgt und dabei gefragt: "Warum stirbst Du nicht?" Als ein Passant zur Hilfe eilte, ließ er von seinem Opfer ab. Der Staatsanwalt hatte acht Jahre Haft für den Türken gefordert.

Der 37-Jährige hat bis zuletzt jede Tötungsabsicht bestritten und behauptet, im Fallen und nur aus Versehen reflexartig zugestochen zu haben. Seine Ehefrau habe damals Pfefferspray eingesetzt. Er habe nichts mehr sehen können.

Der Verteidiger hatte höchstens vier Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.

Kinder des getrennt lebenden Paars waren zur Tatzeit in der Schule

In den Monaten vor der Tat hatte der verlassene Ehemann seiner Frau massiv nachgestellt und sie wiederholt in verschiedenen Frauenhäusern aufgespürt, so ein Gerichtssprecher.

Die 27-Jährige, die damals schwer verletzt überlebt hatte, hat die Scheidung eingereicht und im Prozess gegen ihren Mann in dessen Abwesenheit ausgesagt. Die beiden Kinder des Paares waren zur Tatzeit in der Schule und waren anschließend vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

Titelfoto: Martin Höke/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse NRW: