Weihbischof soll knapp 130.000 Euro von Witwe veruntreut haben: Urteil gefallen

Von Christoph Driessen

Kerpen – Vor dem Amtsgericht Kerpen bei Köln soll am Dienstag (9 Uhr) ein Untreue-Prozess gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens (65) beginnen.

Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens (65) muss sich vor dem Amtsgericht Kerpen wegen Untreue verantworten. (Archivfoto)
Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens (65) muss sich vor dem Amtsgericht Kerpen wegen Untreue verantworten. (Archivfoto)  © Ralf Roeger/dpa

Der Geistliche soll die Vollmacht einer vermögenden Witwe missbraucht und knapp 128.000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen haben.

Mit diesem Geld, das im Dezember 2017 und Januar 2018 in drei Teilbeträgen geflossen sein soll, habe sich der heute 65-Jährige eine Immobilie gekauft, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe 2019 lässt Bündgens seine Ämter ruhen. Er wolle zur "lückenlosen Aufklärung" beitragen, hatte er vor zwei Jahren mitgeteilt.

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Auch habe er das Geld inzwischen zurückgezahlt. Die Witwe ist im vergangenen Jahr gestorben.

Die Geldtransfers waren nach Gerichtsangaben einem Betreuer der Frau aufgefallen, der ihr wegen gesundheitlicher Probleme zugewiesen worden war. Dieser Betreuer hatte die Staatsanwaltschaft informiert.

Der Weihbischof soll die sehr katholisch eingestellte Witwe seit langem gekannt haben.

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Das Gericht hat über den katholischen Weihbischof Johannes Bündgens aus Aachen eine Bewährungsstrafe von neun Monaten wegen Untreue verhängt. Außerdem soll der 65-Jährige 5000 Euro Geldbuße zahlen.

Einen entsprechenden Strafbefehl erließ am Dienstag das Amtsgericht Kerpen. Bündgens hat zwei Wochen Zeit, dagegen Einspruch einzulegen. Sollte der Strafbefehl rechtskräftig werden, wäre der Bischof vorbestraft, erläuterte ein Gerichtssprecher.

Der Angeklagte erschien nicht selbst zu der Verhandlung. Sein Anwalt Christof Püschel legte ein ärztliches Attest vor. Nach der Verhandlung erklärte Püschel vor der Presse: "Ich gehe davon aus, dass wir gegen den soeben erlassenen Strafbefehl Einspruch einlegen werden. Gehen Sie bitte davon aus, dass mein Mandant unschuldig ist."

Titelfoto: Ralf Roeger/dpa

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