3100 Jahre alter Schatz unterschlagen: Raubgräber verurteilt

Merseburg - Ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Raubgräber beginnt am Dienstag (10 Uhr) am Amtsgericht Merseburg in Sachsen-Anhalt.

Am Amtsgericht Merseburg startet am Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Raubgräber.
Am Amtsgericht Merseburg startet am Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Raubgräber.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Querfurt (Saalekreis) Unterschlagung von Artefakten vor. Dabei handelt es sich um eine rund 3100 Jahre alte Bronzetasse, drei bronzene Anhänger sowie 94 kleine Beschläge und Gürtelschnallen aus Bronze. 

Der Angeklagte hatte die Stücke vor rund zwei Jahren (TAG24 berichtete) vermutlich im Bereich des südlichen Saalekreises mit einem Metalldetektor geortet und ausgegraben.

In der polizeilichen Vernehmung hatte der Mann angegeben, die Stücke in Bayern gefunden zu haben. Dort ist der Handel mit Artefakten straflos.

Update, 13.10 Uhr: Raubgräber zu Geldstrafe verurteilt

Das Gericht befand den 39-Jährigen am Dienstag der Unterschlagung eines 3100 Jahre alten Bronzeschatzes für schuldig. 

Dafür verhängte es eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen je 40 Euro. Weil diese mit einer vorhergehenden Strafe zusammengefasst wurde, kam für den Angeklagten eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen je 40 Euro heraus. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft haben angekündigt, auf Rechtsmittel zu verzichten.

Anders als zuvor bei der Polizei gab der Angeklagte am Amtsgericht zu, die Bronzetasse, in der sich drei bronzene Anhänger sowie 94 kleine Beschläge und Gürtelschnallen befanden, in Sachsen-Anhalt gefunden zu haben. Zuvor hatte der Mann beteuert, der Fundort des Schatzes sei Bayern gewesen. Damit wäre er straffrei davon gekommen, denn in dem Bundesland ist der Handel mit Artefakten legal. 

Der Bronzeschatz wurde von knapp zwei Jahren bei einer Wohnungsdurchsuchung in Querfurt gefunden.
Der Bronzeschatz wurde von knapp zwei Jahren bei einer Wohnungsdurchsuchung in Querfurt gefunden.  © Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd

Der Prozess sollte den Wahrheitsgehalt der angeblichen Unterschlagung klären. 

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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