Wegen Kritik der Polizei beim Halle-Attentat: Beamte müssen sich Ausschuss stellen

Magdeburg - Überlebende des rechtsterroristischen Anschlags von Halle haben das Verhalten der Polizei nach dem Attentat im Untersuchungsausschuss des Landtages immer wieder kritisiert.

Christina Feist, Überlebende des Anschlags auf die Synagoge in Halle, kritisierte vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss die Polizeiarbeit.
Christina Feist, Überlebende des Anschlags auf die Synagoge in Halle, kritisierte vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss die Polizeiarbeit.  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Am Freitag (9 Uhr) will das Gremium nun die Polizei zu der Opferbetreuung am 9. Oktober 2019 befragen. Der Ausschuss hat dazu zwei Beamte der Polizei in Halle, die an der Leitung des Einsatzes beteiligt waren, geladen.

Am 9. Oktober 2019 hatte Stephan Balliet (28) schwerbewaffnet versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen und ein Massaker anzurichten. Später erschoss er zwei Menschen.

Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Mann zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung und stellte die besondere Schwere der Schuld fest (TAG24 berichtete). Vor Gericht hatte er die Tat mit antisemitischen und rassistischen Verschwörungstheorien begründet.

Der Untersuchungsausschuss im Landtag beleuchtet vor allem den Polizeieinsatz am Tattag.

Viele Überlebende aus der Synagoge und den anderen Tatorten hatten das Verhalten der Polizei nach dem Einsatz als unsensibel und respektlos kritisiert.

So hätten die Polizisten etwa keine Rücksicht auf die jüdische Liturgie genommen, die Opfer nicht ausreichend vor den Blicken der Öffentlichkeit bewahrt und sich nicht um ihre Unterbringung gekümmert.

Neben der Opferbetreuung soll es laut dem Ausschuss-Vorsitzenden Sebastian Striegel (Grüne) am Freitag auch um den Schusswechsel zwischen Polizei und Attentäter gehen. Dazu sind drei Polizisten vorgeladen, die auch schon vor Gericht ausgesagt hatten.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Sachsen-Anhalt:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0