Er soll seinem Opfer neun Mal in den Rücken gestochen haben: Prozess gegen 19-Jährigen beginnt

Halle (Saale) - Vor dem Landgericht Halle muss sich vom heutigen Freitag (9 Uhr) an ein junger Mann wegen versuchten Totschlags verantworten.

Am Landgericht Halle startet heute der Prozess gegen einen 19-Jährigen. Er soll auf zwei Menschen eingestochen haben.
Am Landgericht Halle startet heute der Prozess gegen einen 19-Jährigen. Er soll auf zwei Menschen eingestochen haben.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Er soll laut Anklage im März einem Fahrgast bei einer Auseinandersetzung in einer Straßenbahn in Halle mindestens neun Mal in den Rücken gestochen haben, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. 

Der Mann wurde den Angaben nach lebensgefährlich verletzt. 

Außerdem wird dem 19-Jährigen vorgeworfen, im November 2019 in einem Geschäft in Halle auf einen Mann mehrfach eingestochen zu haben. 

Der Beschuldigte habe die Taten teilweise eingeräumt. 

Bei einer Verurteilung drohten ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Das Gericht hat Verhandlungstermine bis 2. November anberaumt.

Update, 16.05 Uhr:

Knapp sechs Monate nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einer Straßenbahn hat in Halle der Prozess gegen einen 20-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann versuchten Totschlag vor. Der Mann habe neun Mal auf den Rücken und den Hals seines Opfers eingestochen und dessen Tod billigend in Kauf genommen, sagte der Staatsanwalt am Freitag am Landgericht. Der Angeklagte will zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

Zunächst kam das 32-Jährige Opfer der Attacke als Zeuge zu Wort. Er sei am Abend des 6. März in einer Tram in Halle aus einer dreiköpfigen Männergruppe heraus angesprochen worden, warum er sie so angucke. Mehr Worte seien nicht gefallen, sagte der 32-Jährige. Anschließend habe er Boxschläge in den Rücken gespürt. Erst nachdem das Trio die Tram verlassen habe, sei er von Zeugen angesprochen worden, dass er stark blute und habe bemerkt, dass die Boxschläge Messerstiche gewesen seien.

Der 32-Jährige wurde mit teilweise tiefen Stichen in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Das Gericht rekonstruierte die Tat auch mit Bildern einer Überwachungskamera. Dass es sich bei dem Angreifer um den Angeklagten gehandelt hat, sagte das Opfer nicht. Der 20-Jährige meldete sich nach den Schilderungen und sprach sein Bedauern aus.

Der Angeklagte wurde einen Tag nach der Tat festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Wegen des Alters des Angeklagten wird vor der Jugendstrafkammer verhandelt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Das Gericht setzt Verhandlungstermine bis Anfang November an, der nächste ist am 2. September.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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