Halle-Prozess geht weiter: Polizisten sagen zur Festnahme des Attentäters aus

Magdeburg - Nicht Spezialkräfte, sondern zwei Revierpolizisten aus der Kleinstadt Zeitz im Süden Sachsen-Anhalts waren es, die den Attentäter von Halle, Stephan Balliet, vor gut einem Jahr festnahmen und seine Serie von Gewalttaten damit beendeten.

Im Prozess gegen Stephan Balliet werden am Dienstag unter anderem zwei Polizisten als Zeugen zu hören sein. (Archivbild)
Im Prozess gegen Stephan Balliet werden am Dienstag unter anderem zwei Polizisten als Zeugen zu hören sein. (Archivbild)  © Christian Grube

Am heutigen Dienstag ab 9.30 Uhr sollen die Beamten in Magdeburg im Prozess um den Anschlag die Festnahme schildern.

Beim ersten Verhandlungstag seit knapp drei Wochen will das Gericht auch einen Passanten befragen, auf den der Angreifer vor einem Döner-Imbiss geschossen hatte, ohne ihn zu treffen.

Außerdem sind Rechtsmediziner und erneut ein Waffenexperte vom Bundeskriminalamt (BKA) geladen.

Das Verfahren um den Anschlag läuft seit Juli. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten.

Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangt war, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. Der Prozess läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.

Der Angeklagte zeigte an den ersten 15 Verhandlungstagen keine Reue. Das Gericht hat neben ihm bereits zahlreiche Überlebende und Hinterbliebene sowie Ermittler und Gutachter befragt.

Das Verfahren mit 45 Nebenklägern ist eins der umfangreichsten der Geschichte Sachsen-Anhalts. Derzeit sind zwölf weitere Verhandlungstage anberaumt, der letzte am 16. Dezember.

Am ersten Jahrestag des Anschlags am vergangenen Freitag hatte Halle der Toten mit zahlreichen Veranstaltungen gedacht (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Christian Grube

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