Prozess um Tod von Oskar (†1): Revision nach Urteil gegen Eltern!

Magdeburg/Wefensleben - Der Prozess gegen die Eltern des gestorbenen 14 Monate alten Oskars in Wefensleben (Landkreis Börde) geht in die nächste Runde.

Am Landgericht in Magdeburg wurden die Eltern des kleinen Oskar (†1) Mitte März verurteilt. (Archivbild)
Am Landgericht in Magdeburg wurden die Eltern des kleinen Oskar (†1) Mitte März verurteilt. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Staatsanwaltschaft habe Revision eingelegt bezüglich des Urteils gegen beide Eltern, ebenso die Verteidigung der Mutter, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Nun befasse sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall.

Den Eltern war vorgeworfen worden, dass sie mit ihrem Sohn nicht zum Arzt gegangen waren, obwohl es ihm zunehmend schlechter ging. Es starb am 2. September 2020.

Im Lauf des Prozesses hatte sich herausgestellt, dass der Junge an Leukämie erkrankt war, die Eltern hatten auf Naturheilmittel gesetzt.

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Die 43-jährige Mutter Annika M. wurde Mitte März zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, der 38 Jahre alte Vater zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren – wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen und fahrlässiger Tötung, wie ein Gerichtssprecher in Magdeburg sagte.

Die Eltern lebten mit ihren drei anderen Kindern in einer spärlich eingerichteten Dreizimmerwohnung und sollen sich lediglich von Fallobst, Viehfutter und Blättern ernährt haben.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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