Mutmaßlichem Kinderfänger aus Halle droht lebenslange Haft

Halle (Saale) - Ab dem 1. Juni 2021 wird dem mutmaßlichen Kinderfänger aus Halle an der Saale der Prozess gemacht. In der Anklageschrift veröffentlicht das Landgericht Halle einige grausige Details der Tat - dem 24-jährigen Angeklagten droht lebenslange Haft.

Für den Prozess sind insgesamt acht Tage vor dem Landgericht in Halle anberaumt. (Symbolbild)
Für den Prozess sind insgesamt acht Tage vor dem Landgericht in Halle anberaumt. (Symbolbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

Wie bereits angekündigt werden dem 25-Jährigen Menschenraub in Tateinheit mit Entziehung Minderjähriger und sexuellem Missbrauch von Kindern sowie versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Da sich der junge Mann bisher nicht zu den Tatvorwürfen geäußert hat, drohe im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe bis hin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, so das Landgericht. Insgesamt acht Tage sind für den Prozess anberaumt.

Der 25-Jährige soll am 6. Dezember 2020 über ein angekipptes Fenster in eine Parterre-Wohnung in der Altstadt von Halle eingebrochen sein, das sich dort im Bett liegende Mädchen (6) aus dem Bett genommen haben und dann wieder aus dem Fenster verschwunden sein.

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Die Eltern des Mädchens schliefen derweil im Zimmer nebenan.

Angeklagter soll Mädchen mit Tötungsabsicht in Saale geworfen haben

Der 25-jährige Angeklagte wurde bereits im Dezember gefasst und sitzt seitdem in U-Haft.
Der 25-jährige Angeklagte wurde bereits im Dezember gefasst und sitzt seitdem in U-Haft.  © Polizeiinspektion Halle (Saale)

"In einer Seitenstraße soll der An-geklagte sexuelle Handlungen an dem Mädchen vorgenommen haben. Anschließend soll er mit dem Mädchen auf dem Arm durch die Innenstadt von Halle bis zur Saale gelaufen sein.

Hier soll er das Mädchen in Tötungsabsicht mit einem Schal, den er zuvor mehrfach eng um den Hals des Mädchens gelegt haben soll, gedrosselt haben", heißt es in der Anklageschrift des Landgerichts weiter.

Anschließend habe der junge Mann das Mädchen in die Saale gestoßen, um durch ihren Tod die vorangegangenen Straftaten zu verdecken.

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Zwei Jogger wurden durch Schreie auf das Mädchen aufmerksam und konnten sie aus den Fluten der Saale retten. Der zunächst flüchtige Täter wurde durch weitreichende Fahndungsmaßnahmen nur wenige Tage später an seinem Arbeitsplatz festgenommen.

Seit mehreren Monaten sitzt der 25-Jährige nun schon in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

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