Rentner (†77) wachte nach Angriff nie wieder auf: Prozess gegen Nachbarn (42) beginnt

Halle (Saale)/Südharz - Er schlug mit einem sechs Kilogramm schweren Pressluftmeißel auf seinen Nachbarn (†77) ein – dieser erlag Monate später seinen schweren Verletzungen. Am Landgericht Halle beginnt am heutigen Mittwoch (9 Uhr) der Prozess gegen einen heute 42-jährigen Tatverdächtigen aus Rottleberode im Landkreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt).

Am Landgericht in Halle beginnt am Mittwoch der Prozess gegen einen 42-Jährigen, der im vergangenen Sommer seinen Nachbarn (†77) so schwer verletzt haben soll, dass dieser Monate später an den Folgen starb. (Symbolbild)
Am Landgericht in Halle beginnt am Mittwoch der Prozess gegen einen 42-Jährigen, der im vergangenen Sommer seinen Nachbarn (†77) so schwer verletzt haben soll, dass dieser Monate später an den Folgen starb. (Symbolbild)  © Christian Grube

Dem Beschuldigten, der den Rentner am späten Nachmittag des 28. Juni 2021 auf dessen Hof angegriffen haben soll, werden Totschlag sowie versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichts in Halle.

Nicht nur, dass er mit einem 1,63 Meter großen und 6,2 Kilogramm schweren Pressluftmeißel mindestens zweimal wuchtig auf den Kopf seines Opfers eingeschlagen haben soll. Der Mann attackierte offenbar außerdem auch einen Polizeibeamten, als dieser ihn festnehmen wollte.

Der 77-jährige Geschädigte erlitt ein schweres offenes Schädel-Hirn-Trauma, Frakturen des Schädels und massive Hirnblutungen – an den Folgen ist er trotz intensiver medizinischer Behandlung im vergangenen September schließlich gestorben.

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Laut Landgericht war er nach dem Angriff nie wieder zu Bewusstsein gekommen.

SEK will Tatverdächtigen festnehmen, dieser greift wieder an

Der Angeklagte hatte sich nach der Tat in seinem Haus in Rottleberode verbarrikadiert – erst ein Sondereinsatzkommando (SEK) des Landeskriminalamtes habe sich Zugang zum Haus verschaffen können. Dabei habe ein Polizist durch ebenfalls mit dem Meißel ausgeführte Schläge auf den Kopf eine Schädelprellung sowie eine Weichteilschwellung erlitten.

Laut Anklage hat der 42-Jährige eine Tötung des Beamten zumindest billigend in Kauf genommen. Wie TAG24 früher berichtete, soll dieser Angriff den Gebrauch einer Schusswaffe durch die Polizei erforderlich gemacht haben. Dabei wurde der Beschuldigte am Oberschenkel verletzt.

Bislang soll der Mann sich nicht zur Tat eingelassen haben. Da er aufgrund einer psychischen Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben soll, kommt statt einer Strafe die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht.

Bis Ende Januar sind insgesamt vier Verhandlungstermine angesetzt.

Titelfoto: Christian Grube

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