Sie sollen einen Hotelier (58) totgeprügelt haben! Prozess gegen zwei Männer beginnt

Magdeburg/Osterweddingen - Weil sie einen 58-Jährigen totgeschlagen haben sollen, müssen sich ab dem heutigen Freitag (9.30 Uhr) ein 21 und ein 22 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Magdeburg verantworten.

Der Prozess gegen die zwei Männer (21 und 22 Jahre alt) findet am Magdeburger Landgericht statt. (Archivbild)
Der Prozess gegen die zwei Männer (21 und 22 Jahre alt) findet am Magdeburger Landgericht statt. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Sie sollen am 16. Oktober vergangenen Jahres in der Nähe eines Hotels in Osterweddingen bei Magdeburg ein geparktes Auto beschädigt haben. Als das spätere Opfer die Angeklagten zur Rede stellen wollte, sollen sie den Mann totgeschlagen haben.

Im Ermittlungsverfahren haben beide Männer geschwiegen, sie sitzen derzeit in Untersuchungshaft, wie das Landgericht mitteilte.

Der Fall wird von der Jugendstrafkammer verhandelt, weil der mittlerweile 21-Jährige zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt und damit Heranwachsender nach dem Jugendgerichtsgesetz war. Je nach Entwicklungsstand wird Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewandt.

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Sollten die Angeklagten wegen Mordes nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, müssten sie laut Gericht mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen. Das Höchstmaß der Jugendstrafe beträgt zehn Jahre.

Der Prozess sollte ursprünglich bereits am 12. April beginnen. Er musste wegen Corona- und Quarantänefällen am Landgericht aber verschoben werden.

Hier soll sich die schreckliche Tat ereignet haben. (Archivbild)
Hier soll sich die schreckliche Tat ereignet haben. (Archivbild)  © Thomas Schulz

UPDATE, 14.46 Uhr:

Der Prozess gegen die zwei jungen Männer hat am Freitagvormittag begonnen.
Der Prozess gegen die zwei jungen Männer hat am Freitagvormittag begonnen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Prozess hat am Freitagvormittag mit Verzögerungen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten Mord aus niederen Beweggründen und zur Verdeckung einer Straftat vor.

Noch vor der Verlesung der Anklageschrift wurde die Öffentlichkeit vorerst ausgeschlossen, da einer der beiden Angeklagten zur Tatzeit als Heranwachsender galt.

Die Anwälte kündigten in nicht öffentlicher Sitzung weitere Anträge an, so dass zunächst unklar war, ob es am ersten Prozesstag überhaupt zur Verlesung der Anklagen kommen würde.

Titelfoto: Thomas Schulz

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