Sperma auf Kuscheltieren von getötetem Baby: Urteil wegen sexuellen Missbrauchs?

Halle (Saale) - Im Prozess um den Tod eines Einjährigen in Naumburg erwägt das Gericht eine Verurteilung des Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch.

Der 27 Jahre alte Angeklagte könnte im Prozess um den Tod eines Einjährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch verurteilt werden.
Der 27 Jahre alte Angeklagte könnte im Prozess um den Tod eines Einjährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch verurteilt werden.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Das teilte der Vorsitzende Richter, Jan Stengel, am Donnerstag im Landgericht in Halle mit. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 27-jährigen Totschlag zur Last gelegt.

Der getötete Junge aus dem Burgenlandkreis war im Sommer 2016 von seiner Mutter leblos in seinem Bett aufgefunden worden. Im Krankenhaus konnte nur noch dessen Tod festgestellt werden.

Der Angeklagte und ehemalige Lebensgefährte der Frau soll laut Anklageschrift auf dem Bauch des Jungen gekniet und ihn so tödlich verletzt haben.

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Er war in Verdacht geraten, weil er neben der Mutter des Jungen der einzige Erwachsene in der Wohnung gewesen war.

Am vorletzten Verhandlungstermin kamen erneut Spermaspuren des Angeklagten auf Kuscheltieren des Kindes zur Sprache. Die Mutter sagte, sie wisse nicht, wie diese dahingekommen seien.

Außerdem habe das Kind laut medizinischem Gutachten Verletzungen im Analbereich aufgewiesen.

Das Urteil soll nun, nicht wie erwartet am Donnerstag, sondern am Freitag gesprochen werden.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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