Streit um Chefposten vor Gericht: "Da nutzen keine Urteile, das macht Sie nicht glücklich"

Halle/Dessau-Wörlitz - Die Direktorenstelle der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz kann vorerst weiterhin nicht besetzt werden.

Die Fronten sind verhärtet. Zwischen der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und der Ex-Direktorin Brigitte Mang. Der Streit um die Neubesetzung der Stelle ist wohl noch lange nicht beendet. Immerhin geht es um den Chefposten in einem Unesco-Gartenreich. (Archivbild)
Die Fronten sind verhärtet. Zwischen der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und der Ex-Direktorin Brigitte Mang. Der Streit um die Neubesetzung der Stelle ist wohl noch lange nicht beendet. Immerhin geht es um den Chefposten in einem Unesco-Gartenreich. (Archivbild)  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Das Landesarbeitsgericht wies am Montag in Halle die Berufung der Kulturstiftung gegen einen Beschluss des Arbeitsgerichts Dessau zurück. Es hatte im Sommer zugunsten der Ex-Direktorin Brigitte Mang entschieden.

Der Kulturstiftung wurde damals vorläufig untersagt, die Stelle neu zu besetzen. Das Auswahlverfahren um den Posten sei nicht transparent und nachvollziehbar. Dem folgte das Landesarbeitsgericht in seiner Eilentscheidung.

Die Kulturstiftung bewahrt das Erbe des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Es gehört zum Unesco-Welterbe.

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Das Verfahren habe eine gewisse Tragik, sagte die Richterin Bettina Bartels-Meyer-Bockenkamp am Landesarbeitsgericht. Mang kämpfe um ihre Arbeit. Aus ihrer Erfahrung als Richterin kenne sie aber keine Konkurrentenschutzklage, in der derjenige am Ende auch wirklich das bekommen habe, was er wollte. "Da nutzen keine Urteile, das macht Sie nicht glücklich", sagte sie an die Adresse von Mang (Jahrgang 1959).

Deren Anwalt sagte, auch bei einer erneuten Ausschreibung der Stelle würde sich Mang bewerben. Die Klägerin selbst äußerte sich nicht.

Direktorenstelle seit Monaten nicht besetzt

Die Ex-Direktorin der Kulturstiftung fühlt sich nach Angaben des Anwalts in der Auswahl für die Neubesetzung der Stelle benachteiligt. Die Kulturstiftung wies die Vorwürfe erneut zurück.

Mang sei in der Endrunde gewesen. Das Kuratorium habe sich für die andere Bewerberin entschieden, die für einen "ganz anderen Weg für die Zukunft" stehe.

Unter 16 Bewerbungen in dem Auswahlverfahren hatte im März 2022 eine Kulturmanagerin aus Italien den Zuschlag als künftige Direktorin bekommen. Daraufhin zog Mang mit einer Konkurrentenschutzklage vor das Arbeitsgericht Dessau.

Trotz der Eilentscheidung des Landesarbeitsgerichts als höherer Instanz ist der juristische Streit nach Angaben eines Sprechers noch nicht zu Ende. Denn es stehe noch das sogenannte Hauptsacheverfahren am Arbeitsgericht an.

Unklar ist demnach auch, ob es ein neues Bewerbungsverfahren um den Chefposten geben könnte.

Die Direktorenstelle der Stiftung mit rund 100 festen Mitarbeitern und 80 Saisonkräften ist seit Monaten nicht besetzt. Mang hatte den Posten seit 2017 inne.

Titelfoto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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