Böller-Bastler verurteilt: Sprengsätze trugen volksverhetzende Botschaften

Dippoldiswalde - Er bastelte Böller mit fieser Beschriftung. Dafür stand Nico R. (34) nun vorm Amtsrichter in Dippoldiswalde.

Nico R. (34) hatte sich vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde zu verantworten.
Nico R. (34) hatte sich vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde zu verantworten.  © Peter Schulze

Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 2018 fand die Polizei mit Klebeband verbundene Böller in seinem Schrank. Die Pyro war beschriftet mit "Refugees not welcome" und "Bring your families home".

Laut Anklage hätten diese Sprengsätze bei Zündung Schäden an Lunge und Trommelfell verursachen können. Was Nico damit vorhatte, blieb offen.

Er gestand immerhin, dass es sich um seine Böller handelte. Im Prozess sprachen vorrangig die Juristen miteinander, in einem Rechtsgespräch.

Denn der Arbeitslose hatte schon im Februar einen Prozess wegen Volksverhetzung und damals 600 Euro Strafe kassiert. Eigentlich hätten die Böllerfunde bereits damals mitverhandelt werden können.

Der Richter fällte nun ein neues Gesamturteil: acht Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung. Zusätzlich muss Nico 150 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Titelfoto: Peter Schulze

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