Wegen Totschlags ihres Babys: Plauenerin muss in den Knast!

Plauen/Zwickau - Im Prozess um den Tod eines Babys vor gut einem Jahr in Plauen ist die 30-jährige Mutter wegen Totschlags zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Die angeklagte Mutter hatte zum Prozessauftakt bestritten, dass das Kind bei der Geburt gelebt hatte.
Die angeklagte Mutter hatte zum Prozessauftakt bestritten, dass das Kind bei der Geburt gelebt hatte.  © Maik Börner

Zu diesem Urteil sei die Schwurgerichtskammer gelangt, wie das Landgericht Zwickau am Dienstag mitteilte.

Die Richter sahen es demnach als erwiesen an, dass die Frau zwischen dem 12. und 13. Januar 2020 in einer Wohnung in Plauen ein lebendes und lebensfähiges Kind zur Welt brachte, das jedoch wenig später starb.

Im Prozess wurde der Frau vorgeworfen, das Mädchen abgenabelt, in einen Schrank gelegt und sich dann nicht weiter um das Neugeborene gekümmert zu haben.

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Laut Gericht hatte die 30-Jährige in der letzten Verhandlung unmittelbar vor der Urteilsverkündung ein Geständnis abgelegt und die Tat zugegeben - die genauen Todesumstände konnten aber dennoch nicht geklärt werden. Das Gericht ging deshalb davon aus, dass die Angeklagte nicht selbst aktiv wurde, es allerdings unterließ, Hilfe zu holen.

Mit ärztlicher Hilfe hätte das Baby "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" gerettet werden können, hieß es. Als Todesursache nannte das Gericht Sauerstoffmangel.

Erst die Eltern der Angeklagten hatten den Notarzt informiert, weil sie sich um die Frau sorgten. Rettungskräfte fanden die Babyleiche am 14. Januar in der verwahrlosten Wohnung in einem Schrank unter Wäschestücken. Die Frau hatte die Schwangerschaft auch im Freundes- und Familienkreis bis zuletzt abgestritten.

Vor gut einem Jahr wurde in einer Wohnung dieses Mehrfamilienhauses in Plauen ein totes Baby gefunden.
Vor gut einem Jahr wurde in einer Wohnung dieses Mehrfamilienhauses in Plauen ein totes Baby gefunden.  © Uwe Meinhold

Das Gericht ging in seinem Urteil von einem Totschlag im minderschweren Fall aus, weil die Frau nach der Hausgeburt ohne ärztliche Hilfe selbst in Lebensgefahr schwebte.

Titelfoto: Maik Börner

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