Vater soll Baby mit Kissen erstickt haben: Jetzt wurde er freigesprochen

Aktualisiert: 29. November, 13.20 Uhr:

Zwickau - Im Prozess um den Tod eines Babys in Elsterberg (Vogtlandkreis) wurde am Montag das Urteil gegen die angeklagten Eltern, Patrick (28) und Lisa S. (25), gesprochen.

Die Angeklagten Patrick S. (28) und Lisa (25) erwarten am Montag das Urteil.
Die Angeklagten Patrick S. (28) und Lisa (25) erwarten am Montag das Urteil.  © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

Der Mann soll dem damals sechs Monate alten Baby im Sommer 2017 mehrere Minuten lang ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben. Dadurch sei es erstickt. Die Mutter sei dabei gewesen, habe aber nicht eingegriffen.

Am Vormittag hielten am Landgericht Zwickau unter Ausschluss der Öffentlichkeit Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers. Hintergrund ist, dass in dem Verfahren die kleine Tochter des Paares ebenfalls nicht öffentlich als Zeugin ausgesagt hatte.

Die damals 3-Jährige hatte ausgesagt, die Tat beobachtet zu haben. Bei der neuen Aussage der mittlerweile 8-jährigen Tochter habe sie laut Landesgericht einen teilweise anderen Tathergang geschildert, wonach das Baby nach der Handlung mit dem Kissen noch gelebt haben soll.

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Außerdem litt laut rechtsmedizinisches Gutachten das damals 6-monatige Kind an einer angeborenen Verengung der Hauptschlagader im Bogenteil, die zu einem akuten Herztod hätte führen können. Dies wurde damals vor der Aussage der Tochter zunächst als Todesursache angegeben.

Der 28-jährige Angeklagte sowie die 25-jährige ebenfalls angeklagte Mutter des Kindes äußerten sich während der Verhandlung nicht und machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch.

Aus Mangel an Beweisen hat das Gericht nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" entschieden und die beiden Angeklagten freigesprochen.

Titelfoto: Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

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