Versicherung abkassiert: Sie sollen eine Wohnung im Plattenbau gesprengt haben

Görlitz - Es war ein mächtiger Knall, der damals die Nacht in Olbersdorf (bei Zittau) erschütterte. Im fünften Stock eines Plattenbaus kam es zu einer gewaltigen Explosion.

Marko Z. (56, 2.v.l.) und Holger K. (63, r.) müssen sich vor Gericht verantworten.
Marko Z. (56, 2.v.l.) und Holger K. (63, r.) müssen sich vor Gericht verantworten.  © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Laut Anklage sorgten Marko Z. (56) und Holger K. (63) gegen 2000 Euro "Lohn" für diese Sprengung. Nun sitzen beide auf der Anklagebank im Landgericht Görlitz. Von ihrem Auftraggeber fehlt derweil jede Spur.

Laut Anklage wollte der damalige Mieter (heute 64) der Wohnung die Versicherungssumme kassieren. Deshalb heuerte er Marko Z. und Holger K. aus Nordrhein-Westfalen an.

Im Juni 2009 habe Marko nachts in der Wohnung am Bergblick in Olbersdorf Benzin verkippt. Um 3.13 Uhr kam es zur Explosion.

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Der Knall war verheerend: Teile der Küche wurden aus dem Fenster geschleudert. Diese Geschosse flogen 40 Meter weit, beschädigten Fahrzeuge. Der Brand sorgte für massive Rauchentwicklung, das Dach wurde beschädigt. Sogar die Fassade wurde um 3,25 Zentimeter herausgedrückt!

Zehn Menschen, die noch im Haus wohnten, konnten sich retten, fast 40 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Aber der Schaden war enorm: 95.000 Euro. Die mutmaßlichen Täter kassierten für die Sprengung 2000 Euro, wurden Jahre später über DNA-Spuren ermittelt.

So berichtete die Morgenpost am 4. Juni 2009 über die Explosion.
So berichtete die Morgenpost am 4. Juni 2009 über die Explosion.  © Screenshot/TAG24

Ihr Auftraggeber dagegen ist bis heute abgetaucht. Er kassierte tatsächlich 26.500 Euro für entstandenen Hausrat-Schaden!

Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Nun muss die Kammer zahlreiche Zeugen hören.

Titelfoto: LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

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