Vier Hunde mussten eingeschläfert werden: Amt holt Dutzende verwahrloste Tiere von Hof

Weißwasser/Oberlausitz - Tierliebe war das wohl nicht. Eine ganze Familie aus der Lausitz musste jetzt vor den Amtsrichter in Weißwasser, weil sie ihre Vierbeiner verwahrlosen ließ. Zwar erschien nur der Vater beim Prozess. Strafe zahlen müssen aber alle drei.

Vater Dieter P. (84) zahlt nun auch das Strafgeld.
Vater Dieter P. (84) zahlt nun auch das Strafgeld.  © kmk

Im Januar 2020 rückte das Veterinäramt nach Hohendubrau bei Niesky aus. Auf dem Hof von Dieter P. (84), Gattin Barbara (77) und Tochter Simone (56) hausten zahlreiche Tiere.

Insgesamt beschlagnahmte das Amt 37 völlig verwahrloste Hunde, sieben Katzen und eine weiße Taube. Die Tiere hatten Flöhe und Würmer, litten Qualen.

Zwar wurden sie nun endlich tierärztlich versorgt. Dennoch mussten vier Hunde von ihrem Leiden erlöst und eingeschläfert werden.

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Die Taube starb an Entkräftung.

"Ich kann doch nicht ändern, wenn die Tochter so viel Viehzeug angeschleppt bringt", tönte Vater Dieter, der die Schuld auf Gattin und Kind schob. Er habe seinerzeit im Obergeschoss gewohnt. Mit dem Getier im Erdgeschoss (die Hunde bevölkerten die Räume) habe er sich nicht beschäftigt.

Gegen die erlassenen Strafbefehle von je 1750 Euro hatte die gesamte Familie Einspruch eingelegt. Doch nur der Vater kam zum Prozess.

Folge: Die Einsprüche von Mutter und Tochter wurden verworfen, sie müssen nun zahlen.

Auf dem Grundstück von Familie P. entdeckte das Amt fast 40 verwahrloste Bellos. (Symbolbild)
Auf dem Grundstück von Familie P. entdeckte das Amt fast 40 verwahrloste Bellos. (Symbolbild)  © 123RF/matilda553

Im Verfahren gegen Dieter hätte der Richter weitere Prozesstermine benötigt, um mit Zeugenaussagen den Tatnachweis zu führen. Das aber passte Dieter "zeitlich" nicht: "Das ist ja ein Schwanz ohne Ende", monierte er und zog letztlich seinen Einspruch zurück. Nun zahlt auch er das Strafgeld.

Titelfoto: kmk

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