Bank-Mitarbeiter soll sich Corona-Soforthilfe selbst überwiesen haben

Kiel - Ein ehemaliger Programmentwickler bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein muss sich seit Montag wegen Betrugs mit Corona-Soforthilfe vor dem Kieler Amtsgericht verantworten.

Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.
Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Laut Anklage bearbeitete der Bankmitarbeiter Anfang April 2020 einen von ihm fingierten Antrag auf Überbrückungshilfe einer in ihrer Existenz bedrohten Pinneberger Firma.

Für die Auszahlung der dabei beantragten 15.000 Euro hinterlegte er eigene Kontodaten.

Vor Gericht gab der 61-Jährige an, er sei bei einem Testlauf für ein neues Überprüfungsprogramm irrtümlich in das laufende System geraten.

Damals hätten die Entwickler rund um die Uhr gearbeitet, zigtausende von Anträgen auf Soforthilfe seien eingegangen. Ständig seien neue Überprüfungssysteme entwickelt worden. Zudem sei die Bank Hackerangriffen ausgesetzt gewesen.

Als er den Geldeingang auf seinem Konto bemerkte, habe er versucht, das Geld unbemerkt wieder zurück zu überweisen, sagte der Mann, aber dafür keine Kontonummer gefunden.

Schließlich habe er seinen Vorgesetzten den Fehler offenbart und um eine Kontonummer zur Rücküberweisung gebeten. Der Angeklagte wurde nach Überprüfung des Vorgangs durch die Bank fristlos entlassen.

Dort "mochte man nicht glauben, dass ein versierter Programmierer und Administrator nicht merkt, dass er von einem System in das andere gerät", sagte eine Zeugin vor Gericht. Die Revision wurde eingeschaltet.

Wegen mehrerer Beweisanträge des Verteidigers wird der Prozess fortgesetzt.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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