Beihilfe zum grausamen Mord? Bewährung für Ex-KZ-Sekretärin gefordert!

Itzehoe – Im Prozess gegen eine 97 Jahre alte ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert.

Irmgard F. (97) steht wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord vor Gericht.
Irmgard F. (97) steht wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord vor Gericht.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

Staatsanwältin Maxi Wantzen sagte am Dienstag vor dem Landgericht Itzehoe, sie sei überzeugt, dass die Angeklagte sich der Beihilfe zum heimtückischen und grausamen Mord in mehr als 10.000 Fällen schuldig gemacht habe.

"Dieses Verfahren ist von herausragender historischer Bedeutung", sagte die Staatsanwältin. Es sei möglicherweise das letzte Verfahren dieser Art.

Die Angeklagte Irmgard F. arbeitete von Juni 1943 bis April 1945 im Alter von 18 bis 19 Jahren als Zivilangestellte in der Kommandantur des Konzentrationslagers bei Danzig.

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Weil sie damals noch so jung war, forderte die Staatsanwältin eine Verurteilung der Frau nach Jugendstrafrecht.

Irmgard F. sorgte nach Überzeugung der Anklage mit ihrer Schreibarbeit dafür, dass der Lagerablauf aufrecht erhalten werden konnte. Sie sei durch ihre Arbeitsbereitschaft eine wichtige Unterstützung des Lagerkommandanten und seiner Adjutanten gewesen.

Die Angeklagte hatte sich in dem seit mehr als einem Jahr laufenden Prozess nie zu den Vorwürfen gegen sie geäußert.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

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