Dienstgeheimnisse verraten: Geständnis von Nommensen gefordert

Lübeck – Im Prozess gegen den Polizisten und früheren Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen (54) ist die angestrebte Verständigung bislang nicht zustande gekommen.

Wegen Geheimnisverrats muss sich der frühere Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen (54) vor dem Lübecker Landgericht verantworten.
Wegen Geheimnisverrats muss sich der frühere Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen (54) vor dem Lübecker Landgericht verantworten.  © Christian Charisius/dpa

Der Angeklagte habe sich bereit erklärt, sechs von 16 Anklagepunkten zu gestehen, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Grammann am Montag.

Die Staatsanwaltschaft fordere jedoch ein vollständiges Geständnis, in dem der Angeklagte Verantwortung für seine Taten übernehme, sagte der Richter. Nommensen muss sich seit einer Woche wegen Geheimnisverrats vor dem Lübecker Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen vor, in insgesamt 16 Fällen Informationen an einen befreundeten Journalisten weitergegeben zu haben.

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Nommensen soll für den Reporter als "externer Rechercheur" fungiert und ihm bei Verbrechen teilweise eine "Art Liveticker" geliefert haben, heißt es in der Anklage. Ziel des Beamten sei auch gewesen, die von ihm verhasste Polizeiführung schlecht dastehen zu lassen, heiß es darin weiter.

Nommensens Verteidiger kündigte an, sein Mandant werde sich an einem der nächsten Verhandlungstage zu den Vorwürfen äußern.

Aktualisiert, 13.55 Uhr

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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