Nach Messerattacke bei Streit um Fußweg: Täter wegen versuchten Totschlags verurteilt

Kiel - Am Kieler Landgericht wird am Montag (11.30 Uhr) das Urteil im Prozess um eine lebensbedrohliche Messerattacke erwartet.

Am Kieler Landgericht wird am Montag das Urteil im Prozess um eine lebensbedrohliche Messerattacke erwartet.
Am Kieler Landgericht wird am Montag das Urteil im Prozess um eine lebensbedrohliche Messerattacke erwartet.  © Markus Scholz/dpa

Der 22 Jahre alte Angeklagte soll nach einem Streit auf einem Fußweg nahe des Schützenparks in Kiel drei Mal auf einen 24-Jährigen eingestochen haben.

Ein Stich verfehlte dessen Halsschlagader nur knapp.

Staatsanwältin und Nebenklage forderten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung fünf Jahre und zwei Monate Haft.

Zugleich beantragten sie die Unterbringung des alkohol- und drogensüchtigen jungen Mannes in einer Entziehungsanstalt.

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch wegen Nothilfe.

Nach eigenen Angaben wollte der Angeklagte seinem Kumpel helfen, den der Mann zuvor zu Boden geschlagen hatte.

Update, 15 Uhr: Mehrjährige Haftstrafe nach Messerattacke auf Fußweg

Für die lebensbedrohliche Messerattacke auf einem Fußweg in Kiel ist der 22 Jahre alte Angeklagte wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Zugleich ordnete das Kieler Landgericht am Montag die Unterbringung des alkohol- und drogensüchtigen Mannes in einer Entziehungsanstalt an.

Im Urteil ließ das Gericht mildernde Gründe gelten wie etwa die Borderline-Erkrankung des Angeklagten mit Drogen- und Alkoholsucht, die seine Steuerungsfähigkeit eingeschränkt habe, sowie sein Geständnis und glaubwürdige Reue. Der Geschädigte sei zudem nicht unerheblicher Mitverursacher, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann.

Staatsanwältin und Nebenklage hatten fünf Jahre und zwei Monate Haft und die Unterbringung im Entzug beantragt. Der Verteidiger wollte Freispruch wegen Nothilfe. Die sah das Gericht nicht. Der Verteidiger will seinem Mandanten raten, das Urteil anzunehmen.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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