Nachbar mit Messer angegriffen und fast getötet? Urteil gegen 18-Jährigen gefallen

Kiel - Im Prozess gegen einen 18-Jährigen, der wegen versuchten heimtückischen Mordes vor dem Kieler Landgericht angeklagt ist, wird am Dienstag (13 Uhr) das Urteil erwartet.

Der Angeklagte muss mit einer Jugendstrafe rechnen. (Symbolbild)
Der Angeklagte muss mit einer Jugendstrafe rechnen. (Symbolbild)  © Angelika Warmuth/dpa

Der junge Mann aus einer kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg soll im Februar 2021 einem Nachbarn nach einem Streit mit seiner Mutter ein Küchenmesser in den Hals gerammt haben. Der Nachbar hatte Glück und erlitt nur leichtere Verletzungen.

Nach der Beweisaufnahme ging die Staatsanwältin nach Angaben der Gerichtssprecherin nur noch von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung aus.

Sie beantragte dafür eine Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten sowie die Unterbringung des alkohol- und drogenabhängigen jungen Mannes in einer Entziehungsanstalt.

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Die Nebenklage schloss sich der Forderung an. Der Verteidiger plädierte auf gefährliche Körperverletzung.

Einen Antrag zur Höhe der Strafe stellte er nicht.

Update, 15.11 Uhr: So lautet das Urteil

Der 18-Jährige wurde zu dreieinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Wegen der Alkoholabhängigkeit des jungen Mannes ordnete die Jugendkammer des Kieler Landgerichts dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der Angeklagte aus einer kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg rammte dem Nachbarn Mitte Februar 2021 nach einem Streit mit seiner Mutter über ein "Saufgelage" ein Messer in den Hals, wie der Vorsitzende Richter sagte. Der 69-Jährige habe seinen Kopf gerade noch wegdrehen können, sodass der Stich nicht lebensgefährlich gewesen sei.

Die Tat beging der Angeklagte nach Worten des Richters, "um der häuslichen Situation zu entfliehen und wieder ins Gefängnis zu kommen, so absurd dieses Motiv auch anmutet". Der 18-Jährige hatte bereits wegen anderer unter Alkohol begangener Delikte ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe verbüßt.

Den Angriff wertete das Gericht als versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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