Schlug Bruder seine Schwester mit Baseballschläger zusammen? Urteil erwartet

Stuttgart - Aus Wut über die Liebe seiner Schwester zu einem Fremden soll ein Mann die junge Frau in Stuttgart mit einem Baseballschläger angegriffen und geschlagen haben. 

Das Landgericht Stuttgart will urteilen. 
Das Landgericht Stuttgart will urteilen.  © Daniel Naupold/dpa

Das Landgericht will am Donnerstag (9 Uhr) ein Urteil sprechen, der damals 18-Jährige ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

Der Deutsche mit afghanischen Wurzeln soll seiner Schwester im Juli 2019 an einer Stadtbahn-Haltestelle gezielt auf den Kopf geschlagen haben. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die damals 20 Jahre alte junge Frau angriff, weil diese sich weigerte, den von der Familie ausgesuchten Mann zu heiraten und stattdessen mit einem anderen Mann leben wollte. 

Das Opfer wurde bei der Attacke verletzt. 


Ermittlungen hatten damals auf ein versuchtes Tötungsdelikt hingedeutet, vermeintlich im Namen der Ehre.

Update 16.12 Uhr: 

Der junge Mann ist in Stuttgart zu vier Jahren Jugendstrafe wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Landgericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der 19-Jährige seine Schwester aus Wut über ihre Liebe zu einem Mann verprügelt hatte, den die Familie ablehnte.

In das Haftmaß ist auch die Strafe für einen blutigen Messerangriff des 19-Jährigen auf einen Mann sechs Monate vor dem Angriff auf die Schwester eingerechnet.

Update 13.05 Uhr: 

Die Staatsanwaltschaft betrachtet die Attacke des 19-Jährigen als versuchten Mord und forderte am Donnerstag vor dem Landgericht eine Jugendstrafe von vier Jahren. Zudem solle das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen. Darin eingerechnet werde auch die Strafe für einen blutigen Messerangriff auf einen Mann sechs Monate vor dem Angriff auf die Schwester. Das Opfer war damals verletzt worden.

Die Verteidigung nannte kein Strafmaß, wies den Vorwurf der besonderen Schwere der Schuld aber zurück. Zudem gebe es therapeutische Möglichkeiten außerhalb von Haftanstalten. Das Gericht wollte noch am Donnerstag (14.30) ein Urteil sprechen.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Deutsche mit afghanischen Wurzeln im Juli 2019 an einer Haltestelle gezielt auf den Kopf seiner Schwester geschlagen - vermeintlich im Namen der Ehre. Er habe die damals 20 Jahre alte Frau angegriffen, weil diese sich geweigert habe, mit dem von der Familie ausgesuchten Mann zusammenzuleben und stattdessen mit einem anderen Mann leben wollte.

Auf dem 19-Jährigen habe wegen des Streits um den Freund der Frau ein hoher familiärer Druck gelastet, sagte der Staatsanwalt. Die Aussagen von Zeugen seien voller Halbwahrheiten und dreister Lügen gewesen.

Titelfoto: Daniel Naupold/dpa

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