Daimler-Erpresser muss in Stuttgart vor Gericht

Stuttgart - Ein mutmaßlicher Millionen-Erpresser des Autobauers Daimler muss sich von Donnerstag (9.30 Uhr) an vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.

Ein 31-Jähriger erpresste offenbar den Autobauer Daimler.
Ein 31-Jähriger erpresste offenbar den Autobauer Daimler.  © Marijan Murat/dpa

Der 31-Jährige zuletzt in Berlin lebende Mann soll laut Anklage zwischen Dezember 2019 und April mehrfach hohe Millionenbeträge von dem Konzern gefordert haben. 

In einem Fall waren es 25 Millionen Euro und in einem anderen Fall verlangte er drei Millionen Euro.

Für den Fall der Nichtbezahlung habe er unter anderem gedroht, Quecksilber in Fahrzeugen der Marke Mercedes zu verteilen. 

Die Anklage wirft ihm unter anderem einen besonders schweren Fall der räuberischen Erpressung vor. 

Anfang April wurden der Angeklagte und ein mutmaßlicher Komplize in Berlin festgenommen. 

Der 31-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. 


Der Prozess ist zunächst bis zum 29. Oktober terminiert.

Update, 15.33 Uhr: Mercedes in die Luft gesprengt: So lief der Prozess um den Daimler-Erpresser

Ein 31 Jahre alter Mann soll in Berlin eine A-Klasse in die Luft gesprengt und mit Quecksilber- und Bombenanschlägen auf Mercedes-Fahrer gedroht haben. Der mutmaßliche Erpresser hat Daimler und die Polizei der Anklage zufolge mehrere Monate auf Trab gehalten. Nun muss sich der zuletzt in der Hauptstadt wohnende Mann vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Am Donnerstag wurde zunächst nur die Anklage verlesen.

Der 31-Jährige habe seine erste Forderung in Höhe von 25 Millionen Euro unter dem Pseudonym Karlheinz A.V. und falschem Absender kurz vor Weihnachten 2019 an das Unternehmen geschickt, wie der Staatsanwalt sagte. Darin soll er behauptet haben, in vier Mercedes-Fahrzeugen Quecksilber eingebracht zu haben und Anschläge auf die Fahrer verüben zu wollen. Der Mann habe vorgegeben, die Fahrzeuge so öffnen zu können, dass es niemand merke.

Anfang Januar habe der mutmaßliche Erpresser eine weitere E-Mail verschickt. Darin bezeichnete er die angeblich präparierten Mercedes-Fahrzeuge als "fahrende Zeitbomben". In weiteren E-Mails an den Konzern verlangte der ausgebildete Tiefbaufacharbeiter und Bürokaufmann laut Anklage unter anderem auch die Auszahlung der Forderung in einer Kryptowährung und eine Abschlagszahlung.

Daimler sei zum Schein auf die Schreiben des Mannes eingegangen, sagte der Staatsanwalt weiter. Der Erpresser habe mit der Tötung von Mercedes-Fahrern gedroht, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. So schickte er Daimler auch Bilder einer Pistole und einer Nagelbombe.

Anfang März soll der Mann unter einer A-Klasse in Berlin beim Treptower Park eine Rohrbombe deponiert und gezündet haben. Das Auto und umliegende Fahrzeuge wurden teilweise schwer beschädigt, berichtete der Staatsanwalt weiter. Er wirft ihm eine besonders schwere versuchte räuberische Erpressung und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor.

Daimler ist in der Vergangenheit schon öfters Opfer von Erpressungen geworden. Zuletzt machte im Mai ein Fall aus Nordrhein-Westfalen Schlagzeilen. Dort soll ein 21-Jähriger drei Anschläge auf fahrende Autos verübt haben. Einmal traf er den Ermittlungen zufolge ein Fahrzeug mit einer Betonplatte, zwei weitere Male verfehlten große Steine die Fahrzeuge knapp. Anschließend soll der Mann eine sechsstellige Summe von dem Autohersteller Daimler gefordert haben.

Eine Unternehmenssprecherin sagte, in jedem Fall werde sofort die Polizei eingeschaltet. Im nun verhandelten Fall lehnte Daimler laut Anklage die Forderung nach Zahlung des Geldbetrags in einer Kryptowährung ab. Der Konzern habe schließlich die Kommunikation mit dem Angeklagten eingestellt.

Anfang April wurden der 31-Jährige und ein mutmaßlicher Komplize in Berlin festgenommen. Gegen den zweiten Mann laufen die Ermittlungen noch. Er ist auf freiem Fuß. Der 31-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das Verfahren geht am kommenden Dienstag weiter. Der Prozess ist zunächst bis zum 29. Oktober terminiert.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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