Männer entführen Frau ins Elsass und halten sie gefangen, nun müssen sie ins Gefängnis

Stuttgart - Acht Tage irrten die beiden Männer mit ihrem Opfer durch die elsässischen Wälder, dann erst konnte die Polizei die Tortur der Frau beenden. Eine aufsehenerregende Tat und ein schlagzeilenträchtiger Prozess, der nun leise zu Ende gegangen ist.

Ein angeklagter Mann (2.vl), der seine frühere Lebensgefährtin mit einem Mitangeklagten in Großaspach entführt und mehr als eine Woche in ihrer Gewalt gehalten haben soll, wird von einem Justizbeamten in einen Gerichtssaal im Landgericht Stuttgart geführt, daneben steht ein weiterer Justizbeamter.
Ein angeklagter Mann (2.vl), der seine frühere Lebensgefährtin mit einem Mitangeklagten in Großaspach entführt und mehr als eine Woche in ihrer Gewalt gehalten haben soll, wird von einem Justizbeamten in einen Gerichtssaal im Landgericht Stuttgart geführt, daneben steht ein weiterer Justizbeamter.  © Marijan Murat/dpa

Nach der Entführung einer Frau ins Elsass sind die beiden Täter am Montag in Stuttgart zu Haftstrafen von fünf Jahren sowie drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Anwälte, Kammer und Staatsanwaltschaft hatten sich zuvor auf einen Strafrahmen wegen schwerer Freiheitsberaubung verständigt. 

Die beiden 52 und 24 Jahre alten Männer hatten die Ex-Partnerin des älteren Angeklagten Anfang Juni 2019 nach einer Irrfahrt mit einem Wohnmobil aus dem Rems-Murr-Kreis ins Elsass verschleppt. 

Die Angeklagten hatten die Tat im Prozess zunächst als Missverständnis und Irrfahrt bezeichnet. Nach der Verständigung gestanden sie die Tat. "Es tut mir sehr leid", sagte der 52-Jährige.

Unklar bleibt auch nach dem Prozess, was beide Angeklagte zur Tat getrieben hatte und warum sie ihrem Opfer nicht viel früher die Freiheit schenkten. Nach Ansicht der Anwälte soll der ältere Mann eifersüchtig gewesen sein auf den neuen Freund seiner früheren Partnerin. 

Panik und massive Verlustängste hätten ihn geleitet, sagte seine Verteidigerin. Der deutlich jüngere Komplize sei aus Polen nur nach Deutschland mitgekommen, weil er in der Werkstatt des Mannes gearbeitet habe und loyal zu seinem Chef sein wollte.

Der Staatsanwalt bezeichnete die Tat als "aus dem Ruder gelaufenes Beziehungsdelikt". Er ergänzte angesichts des letztlich ungeklärten Motivs für die lange Tortur der Frau: "Es stellt sich die Frage, was diese ganze Aktion sollte."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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